Trockenfutter und Katzenzähne

 

Nach wie vor sind viele von euch Menschen der Meinung, dass Trockenfutter durch die harte Substanz unsere Zähne reinigt und Zahnstein vorbeugt. Für uns Katzen hat Trockenfutter jedoch in keiner Hinsicht Vorteile – auch nicht auf die Zähne bezogen.

 

Schon alleine die Tatsache, dass es solche von uns gibt, die ausschließlich vom Trockenfutter ernährt werden, aber trotzdem noch Zahnstein vom Tierarzt entfernt werden muss zeigt auf, dass Trockenfutter nichts für unsere Zähne tun kann. Natürlich haben eure großen Unternehmen darauf reagiert und diverse „Oral-Care“- Produkte auf den Markt gebracht, die das Problem Zahnstein beseitigen sollen. Ein solches „Zahnpflegeprodukt“ ist jedoch nichts anderes als ein handelsübliches Trockenfutter auch.  Es reinigt keine Zähne – im Gegenteil: Stärke- und Getreidereste legen sich als klebriger Belag auf unsere Zähne und führen letztendlich zu Karies.

 

Dann wäre da noch das Problem, dass die Kroketten der meisten Trockenfutter viel zu klein sind, als dass wir sie kauen könnten. Meistens schlucken wir diese Bröckchen dann einfach ungekaut. So säubern wir natürlich auch nicht unsere Zähne. Wir sind es von Natur aus gewohnt, größere Beutetiere (Mäuse, Vögel usw.) zu fressen. Hierfür sind unsere Zähne und die Kaumuskulatur ausgelegt. Wer von euch schon einmal beobachtet hat, wie wir Mäuse oder auch ein Stück rohes Fleisch fressen, der merkt schnell den Unterschied, denn diese natürliche Nahrung muss viel intensiver und kräftiger gekaut werden. Natürlich gibt es auch Trockenfutter mit großen Kroketten, die gekaut werden. Trotzdem ist der Abrieb so gering, dass es eigentlich keinen Effekt gibt. Und nicht zu vergessen sind die gesundheitlichen Folgen, wie Übergewicht, Nierenschäden, Harnwegskrankheiten oder andere, die natürlich weiterhin bestehen.

 

Trockenfutter ist die unnatürlichste Nahrung für uns. Da es zusätzlich zu den üblichen Verarbeitungsprozessen auch noch getrocknet wird, ist es extrem denaturiert. Nicht selten sind minderwertige und billige Inhaltsstoffe, wie z. B. tierische und pflanzliche Nebenerzeugnisse oder schädliche Zusatzstoffe, wie Konservierungsstoffe, enthalten. Durch die Verarbeitung und das Erhitzen werden Vitamine und Antioxidantien zerstört, sodass sie künstlich wieder zugegeben werden müssen.

 

Dem Trockenfutter muss außerdem ein sehr hoher Anteil an Getreideprodukten und Fasern zugesetzt werden, um es zu Bröckchen formen zu können. Unser Verdauungssystem ist auf eine Mahlzeit, wie etwa eine Maus, ausgerichtet, welche auch problemlos verdaut und verwertet werden kann. Im Trockenfutter ist jedoch viel zu viel Protein und Kohlenhydrate enthalten. Wir als reine Carnivoren sind aber nicht in der Lage, unseren Stoffwechsel an derart hohe Mengen Kohlenhydrate und Protein anzupassen. Hinzu kommt dann auch noch, dass ein hoher Kohlenhydratgehalt die Verdaulichkeit von Proteinen zusätzlich erschwert. Das ist auch der Grund, warum viele von uns übergewichtig sind, oder unter Diabetes und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder der Leber leiden.

 

Tierärzte und Trockenfutter

 

Viele Tierärzte empfehlen bei Zahnsteinbildung die Gabe von Trockenfutter. Viele von euch berufen sich darauf - der Arzt hat es ja schließlich empfohlen. Und da er Arzt ist und ja schließlich auch studiert hat, muss stimmen, was er sagt?!

 

Leider stimmt das nur bedingt. Natürlich hat ein Tierarzt studiert – aber keine Ernährungswissenschaften. Die Informationen, die er bekommt, bekommt er von den Futtermittelherstellern. Von einem Tierarzt über artgerecht Ernährung aufgeklärt werden zu wollen wäre etwa vergleichbar damit, als würdet ihr euren Gynäkologen nach einer Ernährungsberatung fragen ;-) Viele Tierärzte verdienen an dem Verkauf von Trockenfutter. Folglich gibt es für sie keinen Grund, sich selbst einmal näher mit dem Thema Ernährung auseinander zu setzen. Im Gegenteil – durch falsche Ernährung sitzen ja auch regelmäßig Patienten im Wartezimmer… Das erklärt auch, warum viele Krankheiten nicht auf die Ernährung zurückgeführt werden, sondern als Alterserscheinung oder Veranlagung abgetan werden. Sicher ist Zahnstein auch eine Frage der Veranlagung – einer hat es mehr, der andere weniger. Aber gerade bei einer ungünstigen Veranlagung solltet ihr auf eine optimale Ernährung achten. Aber der Tierarzt kann natürlich nicht zugeben, dass eine Krankheit von der Jahrelangen Gabe des Futters entstanden ist, das er selbst verkauft. 

 

Abschließend sollte noch der Denkanstoß gegeben werden, warum wir Katzen und unsere großen Verwandten im Zoo nicht mit Trockenfutter sondern ausschließlich mit Frischfleisch gefüttert werden. Ersteres wäre weitaus billiger und viel bequemer für die Pfleger. Und warum laufen eigentlich keine getrockneten Mäuse draußen in den Feldern rum?! DAS käme dem Trockenfutter nahe ;-)

 

                                                                                        was ist drin? -> 

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