Umstellung auf BARF

 

Manche Katzen fällt eine Umstellung des gewohnten Futters sehr schwer. Ihre angeborene Neophobie ist hierbei oft hinderlich, wo sie früher das Überleben sicherte. Zwar mag es Katzen geben, die diesen Urinstinkt scheinbar "vergessen" haben und sich sofort auf neues Futter stürzen, selbst dann sollte eine Umstellung Schritt für Schritt erfolgen.

 

Nicht nur, weil die Katze selbst sich an das neue Futter gewöhnen muss. Auch die Verdauung muss sich auf die hochwertige und nahrhafte neue Nahrung einstellen. Geschieht die Umstellung zu schnell, ist eine mögliche Folge Durchfall.

 

Das gewohnte Futter muss also weiter angeboten werden, das Nahrungsangebot wird zusätzlich um ein paar Stückchen Fleisch erweitert. Die Menge ist nach und nach zu steigern, wobei aber stets auf die Verdauung der Katze geachtet werden muss. Ein Durchfall ist in dieser Phase der Umstelung nicht ungewöhnlich, sollte aber beobachtet werden. Gegebenenfalls muss dann die Fleischration wieder etwas herabgesetzt werden, bis die Verdauung sich darauf eingestellt hat.

 

Die Umstellung sollte sich über ein paar Wochen hinziehen. Das neue, frische Fleisch ist zäher und schwerer zu kauen. Daher kann es auch schon mal zu einem Muskelkater im Kiefer kommen. Auch damit muss das Tier erst lernen umzugehen. Aus diesem Grund werden viele Katzen "kaufaul", ein Muskelkater im Kiefer ist ja auch wirklich nicht angenehm. Es kann also sein, dass das Fleisch vorerst gut schmeckt und gerne gefressen wird, nach einer Zeit aber lieber liegen gelassen wird in der Hoffnung, der Dosenöffner schneidet die Stückchen noch ein wenig kleiner... Diesem Wunsch sollte man nicht nachkommen, Katz soll sich ihre Nahrung schon ein wenig erarbeiten. Gulaschgroße Stücke sind auf jeden Fall zu "knacken". Mäuse gibts ja draußen auch nur am Stück ;-)

 

Bei einer Futterumstellung ist viel Geduld gefragt. Für den Organismus bedeutet eine dies auch immer Stress. Eine Umstellung sollte daher nicht geschehen, wenn zusätzlicher Stress - z. B. durch einen Umzug - hinzukommt.

 

Umstellungstipps:

 

1.

Anfangs sollten nur ganz kleine Stücken angeboten oder das Fleisch durch den Fleischwolf gelassen werden. Nach und nach werden dann immer größere Mengen unter das gewohnte Futter gemischt. Mit der gestiegenen Menge werden auch die Stückchen größer. Irgendwann frisst die Katze dann das Fleisch pur. Sollte die Fellnase irgendwann streiken und die Mischung nicht mehr fressen wollen, sollte man wieder einen Schritt zurück machen und weniger Fleisch untermischen. Keinesfalls aber wieder nur Dosenfutter pur anbieten, die Verdauung kommt wieder durcheinander und alle Arbeit wäre umsonst gewesen.

 

2.

"Geklautes" Futter schmeckt immer besser. Daher kann man beim Zuschneiden des Fleisches ruhig mal "versehentlich" ein Stückchen fallen lassen.

 

3.

Frisst die Katze sonst nur Trockenfutter, kann man auch ein paar Bröckchen klein bröseln und über das Fleisch streuen.

 

4.

Leicht angebratenes oder überbrühtes Fleisch wird meist leichter akzeptiert und gefressen. Für den Anfang sollte das Fleisch außen gar, aber innen noch leicht roh sein. Die Garzeit wird dann immer weiter verkürzt, sodass das Fleisch irgendwann ganz roh gefressen wird.

 

5.

Katzen sind  Jäger. Die Fleischstücken können ruhig auch geworfen werden, sodass sie "gejagt" und erbeutet werden müssen. Das dürfte selbst die wählerischste Katze überzeugen.

 

6.

Falls alles nichts hilft - Vitamin- oder Malzpaste (oder andere Sachen, die die Katze nie stehen lassen würde) mit untermischen oder damit einschmieren.

 

Mit diesen Tipps sollte eigentlich jede Katze "rumzukriegen" sein.

 

Quelle: Internetrecherche & eigene Erfahrungswerte

[-cartcount]