Die 7 beliebtesten Trockenfutter-Ausreden

An dieser Stelle haben wir mal alle "Argumente" von Trofu-Fütterern aufgelistet, die uns im Laufe der Jahre überraschend oft und bis heute noch immer und immer wieder entgegen gebracht werden. Natürlich haben wir auch gleich die passende Gegendarstellung angehängt ;-)

1)     "Meine Katze will nichts anderes!"

 

Tatsächlich? Wie wurde das denn festgestellt? Was wurde denn schon alles versucht, um die Katze vom Trockenfutter abzubringen? Und wie lange wurde es versucht? Einfach mal einen Napf mit neuem Futter hinstellen, der natürlich erst mal nur mit einer gerümpften Nase gemustert wird, reicht nämlich in den meisten Fällen leider nicht aus, um zu merken dass eine Umstellung nichts wird. Gerade Katzen sind sehr eingefahren in ihren Gewohnheiten und Abläufen, sodass es mitunter lange Zeit dauern kann, sie z. B. von anderem Futter zu überzeugen. Wenn man dann irgendwann nach einigen Wochen oder Monaten wirklich ALLE Möglichkeiten ausgeschöpft hat, dann darf man sagen "meine Katze will nichts anderes". Bisher konnten aber früher oder später noch alle überzeugt werden. Tipps dafür gibts übrigens hier.

2)    "Ich mach das schon immer so. Alle meine Katzen sind steinalt geworden."

 

Alle also. Soso. Wieviele denn genau? Solche Aussagen lassen sich leicht mit der Großmutter vergleichen oder dem Großvater, der sein Leben lang geraucht hat wie ein Schlot, den Krieg überlebt und bis heute trinkt er jeden Tag sein Bier. Das MUSS gesund sein, schließlich ist der ja auch schon über 80!

Das ist leider ein Trugschluss. Der Opa hat sicherlich auch seine Schwierigkeiten mit Diabetes oder Husten, der mal mehr, mal weniger schlimm ist. Und selbst wenn er sogar davon noch verschont geblieben ist - jedem dürften einleuchten, dass ein Leben voller Nikotin, Alkohol oder sonstigen Lastern alles andere als gesund ist. Natürlich gibt es trotzdem Menschen, die dennoch ein gewisses hohes Alter erreichen. Ebenso gibt es aber Menschen, die weit vorher an Lungenkrebs oder Leberschäden sterben. Nur weil es andere genauso machen (eventuell in ebenso großer Ungewissheit?) oder weil man es selbst "schon immer" so macht, ist es noch lange nicht richtig oder gesund.

3)     "Warum wird es denn verkauft, wenn es so schädlich sein soll?"

 

Aus dem gleichen Grund, aus dem auch Süßigkeiten, Energy-Drinks, Alkohol oder Zigaretten verkauft werden: Es findet Absatz. Alle diese Sachen werden von uns gekauft, obwohl man ebenso wie beim Trockenfutter genau weiß, dass sie auf Dauer nicht gesund oder sogar tödlich sein können. Angebot und Nachfrage, es ist eigentlich ganz logisch. Erst wenn niemand mehr, oder zumindest nur noch eine wirklich kleine Minderheit, Trockenfutter kauft, werden die Hersteller anfangen an der Zusammensetzung etwas zu ändern. Wir können den Markt zu einem gewissen Grad schon immer selbst beeinflussen. Was wir gerne kaufen, wird selbstverständlich weiterhin produziert. Was wäre man für ein Geschäftsmann, wenn man auf den Verkauf seines Alkohols (oder Trockenfutter) verzichtet, obwohl man weiß dass man damit Millionen umsetzen kann?

4)     "Mein Tierarzt hat es mir empfohlen."

 

Das ist leider sehr gut möglich und gar nicht mal so selten. Im Gegenteil. Es ist leider immer noch extrem schwierig, einen Tierarzt zu finden der einem vom Trockenfutter abrät. Aber warum? Schließlich weiß man doch als Arzt, mit was für Krankheiten man deswegen jeden Tag zu tun hat?

Da wäre zuerst mal die Tatsache, dass ein Tierarzt ein umfangreiches Studium absolviert, bis er erst mal Arzt ist. Dazu gehört natürlich nicht nur die Ernährung der Tiere. Es geht um die Gesundheit im Ganzen, um alle möglichen Krankheiten, Allergien, Operationen, man muss jeden Muskel und jeden Knochen benennen können und und und. Ein Tierarzt ist kein Ernährungswissenschaftler der sich Wissen einzig und allein zu diesem Thema angeeignet hat. Auch im Laufe der Zeit wird jeder Tierarzt - wie wir alle - öfter feststellen, dass es hier und da auch im Gesundheitswesen noch Dinge gibt, die er noch nicht wusste oder nie in der Art hinterfragt hat, weil er vieleicht gerade das allererste Mal einen Patienten mit dieser Krankheit vor sich hat. Auch ein Arzt lernt stetig dazu. Man sollte von niemandem verlangen, sofort alles zu wissen.

Weiterhin ist es (leider) auch so, dass gerade namhafte Trockenfutterhersteller viele Tierarztpraxen ausstatten, Geräte, Werbematerial oder sonstiges zur Verfügung stellen und auch Schulungen anbieten. Natürlich kann der Doc diesen "Sponsor" dann nicht schlecht reden und vom Futter abraten.

5)     "Meine Katzen trinken trotzdem genug."

 

Sehr interessant. Das wären dann die Ersten ihrer Art. Geradezu sensationell.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an unsere kleine Geschichtsstunde, in welcher wir erklärt haben wo Katzen eigentlich herkommen. Katzen sind urpsprünglich Wüstentiere. Naturgemäß gibt es in der Wüste nur sehr selten Wasser. Daher wurde die Katze so geschaffen, dass sie ihren Flüssigkeitsbedarf einzig und allein über ihre Nahrung deckt. Glücklicherweise gibt es in der Wüste auch genauso selten Trockenfutter. Dafür Mäuse und andere kleine oder größere Tiere, durch die die Wüstenkatze ihren Flüssigkeitshaushalt ausgleichen kann. Nun könnte man argumentieren, dass unsere Katzen heute ja nicht mehr in der Wüste leben müssen. Natürlich, zum Glück liegen sie auf unseren Sofas. Aber anatomisch sind sie trotzdem noch die Wüstentiere, die selbständig nicht oder zu wenig trinken. Die körperlichen Gegebenheiten haben sich nicht geändert, nur weil die Katze jetzt in Europa lebt.

Nun soll es ja wirklich Katzen geben, die von alleine den Weg zum Wassernapf finden. Das möchten wir auch nicht abstreiten. Jedoch ist es dem Tier physisch nicht möglich, tatsächlich genau so viel Wasser zu trinken, wie das Trockenfutter ihm entzieht. Nehmt euch einfach mal einen Esslöffel Trockenfutter und schaut, wieviele Esslöffel Wasser ihr zugeben könnt, bis nichts mehr aufgesaugt wird. Es werden ca. 4 Esslöffel Wasser sein. Das bedeutet, wenn die Katze einen Napf Trockenfutter frisst, müsste sie 4 volle Näpfe Wasser trinken, um den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen. Ist jetzt immernoch jemand der Meinung seine Katze trinkt ausreichend?

6)     "Trockenfutter reinigt die Zähne."

 

1. Leider nicht. Oder wer von uns putzt sich mit Butterkeksen die Zähne? Die knuspern schließlich genauso schön. Und sogar die Zusammensetzung ist ähnlich. Trockenfutter enthält viel Getreide und meistens auch Zucker. Beides lagert sich als ekliger klebriger Brei auf und zwischen den Zähnen ab und verursacht so nach und nach Zahnprobleme. Zudem weicht es im Katzenspeichel viel zu schnell auf, als dass es eine reinigende Wirkung haben könnte.

2. Womit "kauen" Katzen denn das Trockenfutter? Kurz darüber nachgedacht - na klar: mit den hinteren Backenzähnen. Was heißt das im Umkehrschluss? Selbst wenn das Trofu eine reinigende Wirkung hätte, dann würde es lediglich die Backenzähne reinigen. Alle Zähne weiter vorne, die fürs Knuspern nicht benötigt werden, blieben sowieso "ungeputzt". Ob das ausreichend ist...?

7)     "Beutetiere enthalten ja schließlich auch Getreide!"

 

Grundsätzlich natürlich absolut korrekt. ABER: Bitte behaltet die Verhältnismäßigkeit im Auge. Jeder weiß wie groß eine Maus ist und dementsprechend auch ihr Magen - der vielleicht in dem Moment, in dem ihn die Katze verschlingt, noch nicht mal Getreide beinhaltet weil das Mäuschen schon länger nichts mehr gefressen oder gerade alles verdaut hat. Weiterhin ist auch im Mäusemagen alles bereits zumindest anverdaut und viele Katzen lassen den Magen sogar links liegen und fressen ihn nicht mal mit. Ein gewisses Maß an Ballaststoffen kann für Katzen sogar sehr wichtig sein, damit der Kot nicht zu hart ist. Diese sollten dann aber lieber in Form von Gemüse statt Getreide aufgenommen werden, das ist wesentlich gesünder und natürlich auch nicht in dem Übermaß, wie das Getreide im Trockenfutter enthalten ist. Hier sind wirklich Kleinstmengen gemeint.