Trockenfutter - Fluch oder Segen?

 

Wir fühlen uns beinahe verpflichtet dazu, euch Menschen ein wenig die Augen zu öffnen und Partei für alle Fellkollegen zu ergreifen, deren Dosenöffner immer noch die eine oder andere Geistergeschichte über Trockenfutter im Hinterkopf haben. Dafür sind die folgenden Seiten entstanden.

 

Ihr könnt nachlesen, was für eine Rolle Wasser im Zusammenhang mit Trockenfutter spielt, oder was das Trockenfutter mit unseren Zähnen macht. Außerdem erfahrt ihr hier mal genau, was die einzelnen Inhalts- und Zusatzstoffe in unserem Trockenfutter eigentlich zu bedeuten haben. Und schließlich könnt ihr euch noch Infos über Vitamine, Mineralstoffe und Co. holen.

 

Wenn ihr unsere natürliche Nahrung (also eine Maus) einmal mit dem von euch hergestellten Trockenfutter vergleicht, werdet ihr sicher schnell feststellen, dass letzteres mit einer artgerechten und natürlich Nahrung gar nichts mehr zu tun hat.  Folgende Aufstellung sollte dies bekräftigen:

 

Protein

 

In einer Maus sind ca. 14 % Protein enthalten, wohl gemerkt hochwertiges aus Fleisch. Trockenfutter hingegen beinhaltet 25-35%  minderwertiges Protein, welches aus pflanzlichen Stoffen gewonnen wird.

 

Wir nutzen Proteine als Energiequelle, zur Aufrechterhaltung unsere Blutzuckerspiegels und zum Körperaufbau. Anders als ihr Menschen können wir aber unseren Proteinverbrauch nicht an zu wenig Eiweiße im Futter anpassen. Wir müssen also körpereigenes Protein (Muskelmasse) abbauen, wenn wir mit unserer Nahrung zu wenig aufnehmen.

 

Zuviel Protein kann von uns übrigens auch  nicht verwertet werden. Unser Verdauuungsapparat ist auf eine Mahlzeit wie z. B. eine Maus ausgelegt. Zu viel oder zu wenig Protein kann daher von uns nicht kompensiert oder verwertet werden.

 

Kohlenhydrate

 

Eine Maus enthält ein bis zwei Prozent Kohlenhydrate. Im Trockenfutter sind 30-80% enthalten. Unsere natürliche Nahrung enthält nur ganz wenig Kohlenhydrate. Deshalb fehlen uns auch einige Enyme, um diese Kohlenhydrate aufspalten zu können. Aus diesem Grund benötigen wir auch eigentlich gar keine Kohlenhydrate, wir gewinnen unsere Energie aus Fetten und Proteinen. Auch fehlt uns Amylase, weshalb wir nicht in der Lage sind, solch große Mengen Kohlenhydrate, die im Trockenfutter enthalten sind, zu verarbeiten.

 

Wenige Mengen an pflanzlichen Anteilen ist uns noch zu verkraften, da sie in ganz geringen Mengen auch im Mäusemagen enthalten ist. Ein bis drei Prozent Kohlenhydrate in unserem Futter sind daher leicht zu verkraften.

 

Fett

 

Wieviel Fett im Trockenfutter enthalten ist, und in welcher Qualität, ist auch euch noch unbekannt. Eine Maus enthält ca. 10% Fett. Fett ist ein wichtiger Energielieferant für uns und notwendig, um die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen zu gewährleisten. Ihr alle wisst aber sicherlich auch, was die Folge von einer zu hohen Fettaufnahme ist...

 

Wasser

 

70-80% Wasser enthält eine Maus, Trockenfutter hingegen nur etwa 7-10%. Bereits jetzt merkt ihr, dass dieses Verhältnis nicht ausreichend ist. Die Folgen von einer zu geringen Wasseraufnahme sind unten aufgeführt.

 

Weitere Inhaltsstoffe

 

Eine Maus enthält weiterhin auch noch Vitamine, Ballasstoffe die im Fell enthalten sind, Mineralstoffe und Spurenelemente. Die Vitamine, die im Trockenfutter enthalten sind, sind künstlich hergestellt und meist überdosiert. Außerdem enthalten: Konservierungsstoffe und andere chemische Zusätze, Reis, Getreide und sonstige vegetarische Kost und in manchen Sorten sogar Zucker.

 

Hieran solltet ihr schon erkennen, dass das künstlich hergestellte Trockenfutter nichts mehr mit unserer natürlichen Nahrung zu tun hat. Ist der Protein- oder Kohlenhydratgehalt zu hoch, können diese von unserem Organismus nicht mehr verwertet werden. Die Folgen davon könnt ihr hier nachlesen.

 

Katzen und Wasser

 

Vorab sollte erwähnt werden: Wir sind Wüstentiere. wir haben unseren Ursprung in der kargen Landschaft Ägyptens. Daher fällt euch sicher auf Anhieb auf, dass im Trockenfutter viel zu wenig Wasser enthalten ist. Als frühere Wüstentiere sind wir es heute noch gewohnt, unseren Flüssigkeitsbedarf durch unsere Beutetiere zu decken. Diese enthalten 70-75 % Wasser. Aufgrund unserer Evolution haben wir kein Durstgefühl entwickelt, wie ihr es kennt, und trinken nur, wenn die Dehydration bereits begonnen hat. Diese stoppen wir zwar durch die Aufnahme von ein wenig Wasser, bis aber alles wieder von vorne beginnt. Deshalb kann auch niemand von euch behaupten „meine Katze trinkt genügend“.

 

Das geht an unserem Organismus natürlich nicht spurlos vorbei – besonders unsere Nieren und Harnwege werden geschädigt.

 

Um diesen Fakt noch deutlicher zu  machen, könnt ihr Zuhause einen ganz einfachen Test durchführen.

 

Nehmt euch einen Teelöffel handelsübliches Trockenfutter und füllt es in ein Gefäß. Diese kleine Menge Trofu bekommt nun solange Teelöffel voller Wasser übergossen, bis es nichts mehr aufsaugen kann. Dabei werdet ihr feststellen, dass ca. vier Löffel Wasser von dem Trockenfutter aufgesogen werden.

 

Zusammengefasst heißt das, dass wir vier Näpfe voller Wasser leertrinken müssten, wenn wir einen Napf Trockenfutter fressen. Nur so könnten wir unseren Wasserhaushalt aufrecht erhalten.

 

Folgen des Flüssigkeitsmangels

 

Um den Flüssigkeitsmangel auszugleichen, wird unser Harn stärker konzentriert, da er nicht mit genügend Wasser "verdünnt" wird. Aufgrund des geringen Harnvolumens entleeren wir entsprechend seltener unsere Blase.

 

Außerdem kommt es in dem konzentrierten Harn leichter zur Bildung von Kristallen. Durch den zusätzlichen längeren Verbleib des Harns in der Blase wird dann die Bildung von Blasen- oder Nierensteinen (Struvit- oder Oxalatsteine) begünstigt.

 

Studien von euch Menschen fanden heraus, dass der Magnesiumgehalt im Trockenfutter in Verbindung mit der geringen Harnmenge und dem alkalischen pH-Wert unseresUrins (dieser entsteht durch den hohen pflanzlichen Anteil im Futter) zu Struvitkristallen (Blasensteine) führt. Aufgrund dessen wurde Magnesiumgehalt im Futter extrem gesenkt. Dadurch entsteht nun auch eine dauerhafte Unterversorgung, die zu Mangelerscheinungen führen kann. Außerdem werden Inhaltsstoffe zugesetzt, die den Urin ansäuern sollen, um so den pH-Wert zu senken. Hieraus resultieren seit Kurzem auch Calciumoxalatsteine.

Am Häufigsten treten jedoch Struvit- und Oxalatsteine auf. Manche von uns neigen sogar dazu, beide Formen gleichzeitig oder auch hintereinander zu entwickeln. Die Folgen hiervon sind dann Blasenentzündungen und Nierenerkrankungen. Des Weiteren treten auch gerne noch Leberschäden auf.

 

Aufgrund zahlreicher Studien geht ihr mittlerweile davon aus, dass die genannten Gründe (zu wenig Flüssigkeitsaufnahme und verringertes Harnvolumen) die wichtigste Rolle bei der Entstehung von Nieren- und Harnwegserkrankungen spielen. Zusammengefasst macht Trockenfutter uns also über lang oder kurz krank.

 

Quelle: Internetrecherche, offene Augen & ein bisschen Verstand

 

 

zooplus.de