Überbleibsel aus früheren Zeiten

Man liest es täglich in diversen Foren: "Meine Katze frisst ihr Futter nicht mehr" oder " Meine Katze frisst das neue Futter nicht". Wem ging es nicht auch selbst schon einmal so?! Man will seiner Fellnase etwas Gutes tun und besorgt ihr neues Futter. Doch die Rechnung geht nicht auf, es wird konsequent ignoriert. In anderen Fällen wird bisher immer gern gefressenes Futter von heute auf morgen verschmäht. Als Dosenöffner weiß man in solchen Situationen oft nicht weiter, woran liegt es nur?! Die folgenden Zeilen sollen hierüber ein wenig aufklären.

 

Neophobie - was ist das?

 

Zuerst beschäftigen wir uns mit der sogenannten Neophobie, was einfach ausgedrückt bedeutet: Die Abneigung gegenüber Neuem. Von Katzen wird dies interpretiert als "es wird nichts gefressen, das man nicht kennt".

Katzen sind ursprünglich wildlebende Wüstentiere gewesen. Aus dieser Zeit haben sie auch zwei Verhaltensmuster beibehalten, die ihnen heute als domestizierte Haustiere leider mehr schaden als helfen. Eines davon ist die Neophobie.

Neophobie wurde oben schon im Groben erläutert. Eine Katze hat sich in ihrer Kindheit an einen Geruch, eine Konsistenz und einen Geschmack gewöhnt und gemerkt, dass sie dieses Futter mit eben diesen Eigenschaften verträgt und es ihr schmeckt. Sie frisst fortan nichts anderes mehr.

Dieses angeborene Verhalten macht es also schwer, die Tiere auf anderes Futter einzustellen. Eventuell füttert man jahrelang weiterhin wissentlich schlechtes und minderwertiges Futter, weil sämtliche anderen Futtervorschläge verschmäht werden.

Katzen fressen leider nur das, was sie gewöhnt sind. Daher ist der Mensch als Futterspender gefragt, woran seine Katze gewöhnt wird und was sie später alles frisst oder auch nicht. Es sollte deshalb auf Abwechslung beim Füttern geachtet werden. Eine einseitige Ernährung führt nicht nur zu einer Fehlernährung, sondern auch zu diversen Krankheiten.

Tiere im Allgemeinen können nicht selbst unterscheiden, welches Futter ihnen schadet und welches gut für sie ist. Besteht eine ausgeprägte Neophobie, kann die tödlich enden, 48 Stunden ohne Nahrung schon gefährlich werden. Und Katzen neigen dazu, auch einfach mal gar nichts zu fressen, wenn kein anderes Futter angeboten wird. 

 

Dennoch sollte man nicht verzweifeln, wenn ein neues Futter nicht gleich angenommen wird. Mit ein paar Tipps sollte jedes mäkelige Kätzchen überzeugt werden.

Der Futterwechselmechanismus

 

Beim Futterwechselmechanismus verhält es sich beinahe umgekehrt zur Neophobie. Monatelang wird mit großer Begeisterung und großem Hunger das gleiche Futter gefressen, aber plötzlich, ohne ersichtlichen Grund, wird dieses Futter stehen gelassen. Da die Katze nun aber trotzdem Hunger hat und mit leidvollem Gesichtsausdruck vor dem gefüllten Napf sitzt, wird ihr schnell etwas anderes angeboten, dass sie bisher eigentlich gar nicht mochte. Aber siehe da - plötzlich wird es gierig verschlungen und schmeckt.

 

Dieses Verhalten ist  erstmals bei Vögeln beobachtet worden. Sie hatten zwei verschiedene Samenarten zur Auswahl, fraßen einige Monate lang nur von der einen Sorte, danach ein paar Monate lang nur von der anderen. Biologen deuten dieses Verhalten so, dass der Organismus für einen notwendigen Futterwechsel flexibel gehalten werden soll.

Es ist nun Aufgabe des Menschen, dafür zu sorgen, dass Katzen gegen beide beschriebenen Verhaltensmuster ankommen können.

Abwechslung und Vielfalt sind bei der Fütterung daher sehr wichtig. Es sollte aber vermieden werden, die Katze hungern zu lassen, wenn ein neues oder bisher gern gefressenes Futter verschmäht wird. Eine Umstellung des Futters muss immer langsam und schrittweise erfolgen. Nähere Informationen zur Futterumstellung gibt es hier.