KITTY

Selbst die kleinste Katze ist ein Kunstwerk

~ Leonardo DaVinci ~

                

 

Steckbrief:

 

Geburtstag: irgendwann im Juli 2008

Geburtsort: Veilsdorf, Thüringen

Gewicht: 4,3 kg

Lieblingsspielzeug: Haargummis von Dosine, Fliegen

Lieblingsfutter: Wachteln, Hühnerhälse, Putenfleisch...

Wo ich meine Dosis gefunden habe: die sind mir zugelaufen ;-)

Hallo, ich bin Kitty!

 

In einem kleinen Dorf in Thüringen habe ich mit meinen Geschwistern das Licht der Welt erblickt. Wie ihr in meinem Steckbrief schon gelesen habt, wissen meine Dosenöffner leider nicht, wann genau ich Geburtstag habe. Auf dem Foto, das ihr oben seht, bin ich gerade mal vier Wochen alt.

 

Auf dem Bauernhof, auf dem wir geboren wurden, interessierte sich niemand für uns... Deswegen waren wir auch alle krank. Ich weiß nicht mehr, wie es passierte, aber eines Tages stand ich plötzlich ohne meine Mama und meine Geschwister da - alle waren weg! Ich lief überall umher und rief nach meiner Mutter. Leider hörte sie mich nicht und ich konnte sie nirgends finden... Da lief ich also und rief und hatte Angst so ganz alleine. In meiner Verzweiflung und vom Hunger getrieben, wollte ich auf den Gehsteig klettern und über die Straße laufen, vielleicht hätte ich meine Mama dort gefunden. Als ich es aber endlich geschafft hatte, dort hochzuklettern, stand schon ein Mensch vor mir. Ich kannte ihn nicht, aber vor lauter Angst kletterte ich ihm mit meiner letzten Kraft das Hosenbein hinauf und setzte mich schnell auf seine Schulter.

 

Dort oben fühlte ich mich sicher - von dort sah alles nicht  mehr so groß aus. Der Mensch lief mit mir dann überall rum, klingelte an jedem Haus und fragte, ob jemand weiß, wohin ich gehöre. Niemand fühlte sich zuständig und hatte mich vermisst. Zum Schluss kletterte er auch noch in einige Scheunen und suchte meine Mama und Geschwister. Leider fand auch er sie nicht. Daraufhin setzte er sich mit mir ins Auto und wir fuhren ziemlich lange - wohin wusste ich nicht. Ich hatte immernoch Angst, Hunger und vermisste meine Familie.

 

Nach der langen Fahrt hat er mich in ein Haus gebracht - am 28.08.2008 kam ich so in meinem neuen Zuhause an. Dort tauchten plötzlich noch mehr Menschen auf - und noch dazu ein riesengroßer Hund, der von mir nicht ablassen wollte. Aber er meinte es gut, schleckte mich sauber und hat auf mich aufgepasst. Mittlerweile standen schon vier Menschen um mich rum und ich bekam immer mehr Angst. Nach langer Zeit gingen dann zwei von ihnen wieder. Die anderen beiden kümmerten sich um mich, packten mich warm ein und ich fühlte mich schon viel besser.

 

Später an diesem Tag musste ich dann schon wieder im Auto mitfahren. Diesmal war die Fahrt nicht so lang und wir waren dann irgendwo, wo es nach vielen anderen Tieren und Medikamenten roch. Aber ich war so schwach und müde, dass ich die ganze Zeit schlief. Wir gingen dann zu einer Frau, die mich untersuchte und meiner neuen Dosine sagte, dass ich wahrscheinlich nicht überleben würde. Ich wog mit meinen vier Wochen nur 260 Gramm, hatte schlimmen Schnupfen, Bindehautentzündung und war ein wahres Häufchen Elend. Ich bekam Spritzen und gute Wünsche von der Frau im weißen Kittel.

 

Meine Dosine fuhr mich dann wieder nach Hause. Ich bekam dann Milch, die fast schmeckte, wie die von meiner Mama. Ich hatte viel Hunger und trank so viel und so schnell ich konnte. Meine Dosine wog mich jeden Tag und langsam nahm ich zu. Alle drei Tage musste ich immer zu der Frau im weißen Kittel. Ich bekam dann immer eine Spritze, weil mein Schnupfen nicht besser wurde. Außerdem hatten meine Dosenöffner noch so kleine schwarze Krabbelviecher an mir gesehen - "Flöhe" nannten sie die. Tags zuvor hatte meine Dosine mir schon unzählige Zecken entfernt - mir ging es wirklich nicht gut :-( Ab jetzt bekam ich jeden Tag eine Salbe in die Augen und wurde mit eklig stinkendem Zeugs besprüht - gegen die Flöhe, sagten Dosis.

 

Es ging mir dann von Tag zu Tag besser. Nach einer Woche in meinem neuen Zuhause lernte ich dann auch endlich feste Nahrung zu fressen. Nun ging es steil bergauf. Schnell legte ich an Gewicht zu, die Flöhe und Zecken waren weg, und der Schnupfen viel besser.

 

Leider war ich die ganze Zeit alleine. Ich hatte zwar noch den großen Hund als Spielgefährten, aber mit dem konnte ich nicht so raufen wie mit meinen Geschwistern damals.

 

Einige Monate später zog ich mit meinen Dosis um. Ich fand das alles ganz spannend, mir gefiel alles, was neu war. Das neue Zuhause war toll. Ich konnte überall hin, jedes Zimmer nutzen und hatte viel mehr Platz als zuvor.

 

Eines Tages kamen meine Dosenöffner plötzlich mit der großen Box nach Hause, in der ich sonst immer zum Tierarzt muss... Ich wunderte mich, und hatte einen Geruch in der Nase, den ich  nicht kannte. Aus der Box kam dann plötzlich eine fremde Katze! Ich hab mich total aufgeregt - schließlich ist das meine Wohnung! Außerdem kannte ich ja keine anderen Katzen, ich war ja die ganze Zeit alleine. Niemand konnte mir wichtige Verhaltensweisen beibringen. Deswegen verstand ich nicht, dass der Neue es gut meinte. Ich war ziemlich gemein zu ihm, hab ihn tagelang angeknurrt und verjagt.

Meine Dosis haben mir aber gezeigt, dass ich trotzdem noch die Nummer 1 bin. Irgendwann hab ich dann verstanden, dass die neue Katze mir nichts böses tut. So freundete ich mich von Tag zu Tag immer mehr mit ihm an. Es machte sogar richtig Spass, mit ihm zu spielen!

 

Mittlerweile verstehe ich mich total gut mit ihm. Es macht viel Spass, mit ihm zu spielen, zu raufen und wenn wir uns gegenseitig jagen. Ich bin froh, dass ich nun endlich nicht mehr alleine bin und endlich einen richtigen Spielgefährten hab.

 

Ich hatte zwar einen reichlich schweren Start ins Leben, aber inzwischen habe ich alles gut überstanden und bin eine wirklich schöne Katze geworden - sagen zumindest meine Dosenöffner immer. Auf dem Bild nebenan könnt ihr euch ja selbst ein Urteil bilden :-)

Nun kennt ihr meine ganze Geschichte. Denkt deshalb bitte daran, eure Katzen nur kastriert nach draußen zu lassen, sonst geht es noch anderen Kätzchen genauso wie mir!