Katzenseuche (Panleukopenie)



Was ist das?

 

Die Katzenseuche, auch bekannt als feline Parvovirose (benannt nach dem felinen Parvovirus - der Erreger der Katzenseuche) wird durch einen Virus verursacht und gehört zu den Infektionskrankheiten. Panleukopenie bedeutet soviel wie die Verminderung der weißen Blutkörperchen, was eines der Symptome dieser schweren Krankheit ist.

Der Parvovirus ist sehr widerstandsfähig. Bei Zimmertemperaturen kann er bis zu einem ganzen Jahr überleben. Er ist gegenüber Chemikalien und natürlichen Umwelteinflüssen sehr resistent und überlebt auch eine Einfrierung bzw. Austrocknung.

 

Übertragung

 

Der Erreger wird auch für reine Wohnungskatzen zur Gefahr, da wir ihn an unserer Kleidung oder den Schuhen mit in die Wohnung bringen können. Übertragen wird der Virus durch direkten Kontakt von Katze zu Katze, aber auch durch indirekten Kontakt wie zum Beispiel über Futternäpfe oder Transportboxen. Es besteht eine sehr hohe Ansteckungsgefahr, weil der Virus über alle Körperflüssigkeiten sowie Kot ausgeschieden wird.

 

Krankheitsverlauf

 

Die Inkubationszeit beträgt etwa zwei bis zehn Tage.


Der feline Parvovirus verbreitet sich hauptsächlich über die Nasen- und Maulschleimhäute. Schon einen Tag nachdem sie sich dor eingenistet haben, gelangen die Viren ins Blut. Danach befallen sie insbesondere die Darmepithelzellen, das Knochenmark und das lymphatische Gewebe. Dadurch werden die Zellen geschädigt und ein ausgeprägter Leukozytenmangel erfolgt etwa gleichzeitig mit den Symptomen. Ca. drei bis fünf Tage nach der Infektion zeigen sich erste Symptome. Besonders Kätzchen im Alter von sechs Wochen bis vier Monaten sind gefährdet, da in diesem Alter hauptsächlich der Virus ausbricht. Auch im Mutterleib können sich die Kitten schon anstecken, was zur Folge hat, dass die Kätzchen entweder tot oder geschädigt zur Welt kommen. Ältere infizierte Tiere zeigen höchstens leichte Symptome, auch, wenn sich nicht gegen Katzenseuche geimpft wurden. Eine Ausnahme hiervon ist die vorherige Infektion mit einem FeLV. Tritt beides gebündelt auf, erkrankt auch das ausgewachsene Tier sehr stark und akut. Eine Infektion mit dem Parvovirus kann außerdem andere Infektionen begünstigen, da es das Immunsystem schwächt. Die Tiere erkranken so an der nächsten Infektion und sterben daran. 

Symptome

 

Die ersten Symptome sind Müdigkeit, Erbrechen, hohes Fieber, Appetitlosigkeit. Später dann auch blutige Durchfälle, durch Erbrechen und Durchfall ensteht ein großer Flüssigkeitsverlust und somit auch Austrocknung. Außerdem besteht durch eine Überbeanspruchung von Herz-Kreislauf und Nieren eine Schockgefahr. Die Leukozyten werden vermindert, das Immunsystem geschwächt.

Verlaufsformen

 

Es gibt drei Verlaufsformen der Katzenseuche.

 

Der peraktute Verlauf

 

Hier stirbt das Tier innerhalb weniger Stunden. Durchfall und Erbrechen bleiben jedoch meist aus, die Katze hat sich kurze Zeit zuvor oftmals noch völlig normal verhalten.

Der akute Verlauf

 

Er äußert sich zunächst durch eine Apathie, die Tiere liegen mit eingeknickten Vorderpfoten lange Zeit auf einer Stelle, ohne sich zu  bewegen. Hinzu kommen häufiges Erbrechen, Durchfall, Schmerzen im Bauchbereich, Nahrungsverweigerung, Nickhautvorfall, das Fell ist matt und stumpf. Einen bis zwei Tage später folgt dann wässriger oder gar blutiger Durchfall. Der dadurch entstehende Flüssigkeitsverlust kann innerhalb kürzester Zeit zu einem Schock oder dem Tod führen.

Der subakute Verlauf

 

Dieser zeigt sich durch mäßige Apathie und geringen Durchfall über mehrere Tage. Aus diesem Durchfall kann jedoch ein chronischer Durchfall werden, der manchmal gar nicht mehr zu behandeln ist.

 

Folgen einer Infektion

 

Durch die große Verminderung der Leukozyten entsteht eine Immunschwäche und daher auch kein Schutz mehr vor bakteriellen Infektionen, die lebensbedrohlich sind. Wird die Krankheit nicht behandelt, stirbt die Katze durch Kreislaufversagen aufgrund von Austrocknung und bakteriellen Zusatzinfektionen. Bei tragenden Katzen kommt es zur Fehlgeburt, Schädigungen des Kleinhirns der Kitten oder Totgeburten. Die Überlebenschancen sind zwar gering, aber dennoch vorhanden. Da der Tod durch diese Erkrankung sehr lang und leidvoll ist, sollte man, sollte sich ein Tier mit diesem Virus infiziert haben, und es besteht keine Aussicht auf eine Heilung oder Besserung, der Katze den Gefallen tun und ihr durch Einschläfern viel Qual und Schmerzen ersparen.

Nun zu der Behandlung der Krankheit:

Neben der medikamentösen Behandlung durch einen Tierarzt ist es wichtig, dass die Katze auch von ihrem Menschen liebevoll gepflegt wird. Diese Pflege muss sehr intensiv und sorgfältig gestaltet sein. Die erkrankte Katze ist oftmals nicht mehr in der Lage, rechtzeitig ihr Katzenklo aufzusuchen, da sie durch die enorme Schwächung einfach alles "laufen lässt". Neben einer intensiven Pflege, Säuberung des Fells, vielen Streicheleinheiten und viel Liebe und Aufmerksamkeit ist es auch sehr wichtig, dass das Tier genug Flüssigkeit bekommt und auch zu sich nimmt. Durch eine besondere Flüssigkeitstherapie wird der Tierarzt versuchen, der Katze zu helfen. Die Behandlung durch ihn erfolgt natürlich in erster Linie durch die Zufuhr von Flüssigkeit, Schmerzmittel, krampflösende Medikamente, eben solche gegen Erbrechen und Durchfall, immunabwehrstärkende Mittel und natürlich Antibiotika gegen diverse Bakterielle Zusatzinfektionen. Gegen den Virus selbst ist der Tierarzt jedoch auch machtlos. Das Immunsystem der Katze muss also selbst mit ihm fertig werden. Der Mensch bzw. der Tierarzt kann hier lediglich unterstützend eingreifen.
Eine Vorbeugung dieser Krankheit bietet ebenfalls nur eine Impfung - auch für Wohnungskatzen die nicht nach draußen gehen. Die erste Impfung erfolgt (wenn auch die Mutter geimpft wurde) mit der achten oder neunten Lebenswoche, ansonsten etwas früher, und wird nach drei Wochen aufgefrischt. Die Grundimmunisierung ist damit abgeschlossen. Die Impfung wird jetzt alle 12 Monate (manchmal auch alle zwei Jahre, je nach Impfstoff) wiederholt.

Die Katzenseuche ist übrigens nicht auf den Menschen übertragbar.

Bitte bezüglich der Impfung die Vor- und Nachteile dazu beachten!