Kastration

 

Kastrationen sind eigentlich eine selbstverständliche Sache und es ist kein großer Eingriff. Trotzdem tauchen zu diesem Thema immer wieder die gleichen Fragen auf.

 

Warum kastrieren?

 

Klären wir zuerst einmal die Frage, die immer am Anfang steht. Warum sollte ich meine Katze / meinen Kater kastrieren lassen?

  1. Ohne eine Kastration entsteht unerwünschter Nachwuchs. Katzen können bis zu zwei Mal im Jahr vier bis sechs Kitten werfen. Regelmäßig erlebt man vor allem im Frühjahr und im Herbst einen regelrechten Boom in den Tierheimen, die dann von Kitten geradezu überflutet werden. Kein Tier hat das verdient, nur weil der Mensch sich zu wenig informiert hat.
  2. Unkastrierte Tiere werden rollig bzw. decklustig. Dies ist für Mensch und Katze nicht wirklich angenehm. Rollige Katzen jammern dann sehr nervtötend unter dem ständigen Bedürfnis gedeckt zu werden. Abgesehen davon, dass unkastrierte Kater überall ihre Duftmarken setzen, ist es für sie auch nicht angenehm, ständig decklustig zu sein, aber nicht decken zu dürfen.
  3. Die Gefahr, sich mit tödlichen Krankheiten wie z.B. FIV (Katzenaids) anzustecken, ist bei unkastrierten Tieren größer, da besonders Kater sich auf jeden Machtkampf einlassen und sich auf Konkurrenten stürzen. Durch solche Beißereien werden die gefährlichen Viren übertragen.

Es gibt also mehr als genug Gründe, Katze oder Kater kastrieren zu lassen. Dieser Eingriff ist für Tierärzte Routine und ist schnell vollbracht.

 

Was passiert bei einer Kastration?

 

Die Tiere werden zuerst in eine leichte Narkose gelegt. Bei männlichen Katzen ist diese Narkose etwas leicher ist als bei Kätzinnen, da die Kastration eines Katers nicht so kompliziert und langwierig ist wie die einer Katze.

 

Kastration eines Katers

 

Liegt das Tier in Narkose und schläft tief und fest, werden die Haare an den Hoden meistens abrasiert, in seltenen Fällen gezupft. Nun wird der Operations-Bereich gut desinfiziert und ein ca. 1 Zentimeter großer Schnitt gesetzt, um den jeweiligen Hoden zu entfernen. Sind beide Hoden entfernt, wird die Wunde mit wenigen Stichen wieder zugenäht.

 

Kastration einer Katze

 

Natürlich wird auch hier erst nach der Wirkung der Narkose begonnen. Die Haare in der Bauchgegend werden großflächig abrasiert. Auch bei Katzen wird das Operationsfeld gut desinfiziert. Danach erfolgt ein etwa 2-3 Zentimeter langer Schnitt am Bauch. Die Eierstöcke werden abgebunden und danach mitsamt der Gebärmutter entfernt. Zum Schluss wird auch bei der Kätzin mit wenigen Stichen die Wunde wieder vernäht und Infektionen wird mit einer Antibiotikaspritze vorgebeugt.

 

Beide sind nach ein paar Stündchen ausschlafen dann auch wieder fit.

Übrigens:

Eine Sterelisation ist nicht das Gleiche wie eine Kastration! Nur eine Kastration kann eine 100%-ige Sicherheit bieten!

Wann sollte man kastrieren?

 

Hier gibt es geteilte Meinungen. Manche Tierärzte raten gerade bei Kätzinnen zu einer frühen Kastration mit ca. vier Monaten. In diesem Alter sind die Eierstöcke und die Gebärmutter (was ja bei einer Kastration alles entfernt wird) noch nicht so fest eingewachsen und von wenig Fett umgeben. Deswegen ist es so früh einfacher, sie zu entfernen. Außerdem wird auch nicht so eine starke Narkose benötigt. Es gibt wohl wenige Tierärzte, die so früh kastrieren. Die Mehrheit wird zu einer Kastration mit ca. sechs Monaten raten.

 

Folgen einer zu späten Kastration

 

Eine Kastration sollte vor der ersten Rolligkeit bzw. dem ersten Markieren geschehen. Denn das ist, wie schon erwähnt, für die Tiere und auch für die Dosenöffner nicht sehr angenehm.

 

Außerdem besteht das Risiko, dass, wenn ein Kater schon angefangen hat sein Revier abzustecken, er dieses Verhalten auch nach der Kastration beibehält und weiter markiert.

 

Nicht zu vergessen ist auch, dass es mit steigendem Alter schwieriger wird, eine Kastration durchzuführen.