Giardien

Was sind Giardien?

 

Giardien sind einzellige Darmparasiten. Sie leben im Dünndarm von Mensch und Tier und verursachen dort hartnäckigen und schwer behandelbaren Durchfall.

 

Ansteckung

 

Um sich zu vermehren schützen die Einzeller sich mit einer Hülle, in der sie tage- und wochenlang sicher sind, und lassen sich über den Kot wieder ausscheiden. In feuchtem Milieu bleiben sie bis zu 7 Wochen lang infektiös, in bis zu 4 Grad kalten Wasser bis zu drei Monate und unter optimalen Bedingungen sogar mehrere Monate.

 

Die Gefahr sich anzustecken, ist also groß und besteht lange. Unsere Katzen fangen sich die Parasiten über bereist infizierten Kot ein. Auch Tiere, die aus diversen Mittelmeerländern z.B. von Tierschützern nach Deutschland gebracht werden, leiden bereits unter einem Befall. Besonders in Tierheimen oder Zuchten besteht eine große Ansteckungsgefahr, da die Tiere dort meist auf engstem Raum nah zusammenleben und ein Befall oft spät entdeckt wird.

 

Viele Tiere beherbergen die Parasiten bereits im Darm, ohne selbst Symptome zu zeigen. Trotzdem werden die Giardien mit dem Kot ausgeschieden. So kann man sich auch bei einem augenscheinlich gesunden Tier anstecken.

 

Leben mehrere Katzen zusammen, aber nur eine zeigt Symptome eines Giardienbefalls, sind trotzdem ALLE Katzen entsprechend zu behandeln.

 

Giardien gehören übrigens zu den Zoonoseerregern: Eine Übertragung kann auch von der Katze auf den Menschen stattfinden.

 

Symptome

 

Am häufigsten von Giardien befallen sind Kitten und Jungtiere, da ihr Immunsystem noch nicht ausreichend aufgebaut und gegen die Parasiten geschützt ist. In solch jungen Jahren wird der Befall auch schnell gefährlich, da starker Durchfall ausgelöst wird, der schnell zu einer Austrocknung führt.

 

Außer dem Durchfall können Übelkeit und Bauchschmerzen Begleiterscheinungen sein.

 

Der Durchfall wird ohne - oder durch nicht auf Giardien abgestimmte Behandlung - zusehends schlimmer. Es ist also wichtig, schnell die richtige Diagnose zu stellen.

 

Diagnose

 

Um wirklich sicher zu gehen, ob es sich um einen Giardienbefall oder nur einfachen Durchfall handelt, werden über drei Tage lang Kotproben gesammelt. Nicht in jeder Probe können die Parasiten zweifellos nachgewiesen werden, daher sind Proben über mehrere Tage nötig. Durch einfache Tests wird dann beim Tierarzt nach kurzer Zeit festgestellt, ob ein Befall besteht.

 

Behandlung

 

- durch Medikamente:

 

Zuerst sollte nochmals erwähnt werden, dass immer ALLE Tiere im Haushalt behandelt werden müssen, egal ob sie Symptome zeigen oder nicht. Wie oben schon erwähnt, tragen viele Vierbeiner die Parasiten in sich, ohne selbst zu erkranken, dennoch werden sie von ihnen ausgeschieden und eine erneute Ansteckung findet immer und immer wieder statt.

 

Ein bewährtes Mittel zur Bekämpfung von Giardien ist beispielsweise Panacur, welches einfach unter das Nassfutter oder ähnliches „geschmuggelt“ werden kann und so von Mietz gerne eingenommen wird.

 

- durch eine Diät:

 

Zusätzlich zu Panacur und Co. wird der Tierarzt auch eine Diät verordnen. Diese besteht aus weich gekochtem Hühnchen und Reis. Eine solche Ernährung ist schonend für den geschundenen und gereizten Magen, leicht verdaulich und liefert hochwertige und wichtige Nährstoffe. Während der Behandlung darf die Diät durch nichts anderes gestört werden, Leckerlies, Naschen vom Mittagstisch oder vom Nachbarnapf sind also streng verboten! Jede noch so kleine Abweichung der Diät kann einen erneuten Ausbruch oder eine Verschlimmerung des Durchfalls verursachen.

 

Hygiene

 

Über die Behandlung von Giardien gibt es vielerlei „Panikmache“ in den Weiten des www zu finden, die manch Betroffenen schier verzweifeln lassen. Vorsicht und Hygiene ist sicherlich sehr wichtig, allerdings sollte dies auch nicht übertrieben werden.

 

Das oder die Katzenklo/s sollten mindestens einmal täglich komplett gesäubert werden. Anschließend sollten sie mit heißem Wasser sorgfältig ausgewaschen und desinfiziert werden. Diese Prozedur sollte aber auch bei gesunden Katzen regelmäßig stattfinden, weshalb es für den Dosenöffner keine größere Umstellung darstellen dürfte.

 

Auch die Futternäpfe sollten täglich sorgfältig gesäubert werden, was aber ebenfalls auch bei gesunden Tieren der Fall sein sollte.

 

Liegeplätze, Decken und ähnliches, die die Fellnasen gerne nutzen, sollten gut sauber gehalten, gegebenenfalls gewaschen und kurz desinfiziert werden.

 

Es ist keinesfalls nötig, täglich alle Vorhänge, Teppiche, Gardinen, Decken, Bettwäsche und sonstiges abzukochen, die ganze Wohnung zu schrubben oder gar den Kratzbaum zu entsorgen und gegen einen neuen auszutauschen.

 

Am Wichtigsten ist die Hygiene im und um das Katzenklo, da dort die primäre Infektion stattfindet.

 

Die Behandlung kann also langwierig und schwierig sein, und leider ist eine erneute Ansteckung zu einem späterem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen.

 

Noch Fragen? - info@katercarlo.de