Erziehung einer Katze...

 

... kein wirklich einfaches Unterfangen. Und mancher wird sich jetzt auch fragen, ob man Katzen überhaupt erziehen kann - wie Hunde beispielsweise. Nein, Katzen genau wie Hunde zu erziehen geht natürlich nicht. Es sind immer noch selbständige und starrköpfige Wesen, die sich einem Menschen nie so unterwerfen würden wie Hunde es tun.

 

Denn - wie der schöne Spruch auf der Eingangsseite schon sagt - Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal. Unsere Mietzen haben uns meistens ganz gut im Griff und man fragt sich, wer hier wen erzieht ;-)

 

Trotzdem ist es natürlich wichtig, dass man seiner Katze ein wenig die Richtung weist und sie zwischen richtig und falsch unterscheiden kann. Es darf natürlich nicht sein, dass Mietz sich in einem unbeobachteten Moment von unseren Tellern bedient, Blumentöpfe umgräbt oder mit Dingen spielt, die für sie so gar nicht geeignet sind.

 

Auch und gerade für kleine Kitten ist es enorm wichtig, dass sie in diesen frühen Lebenswochen und -Monaten alles lernen, was man als Katze wissen muss. Das fängt am beim Futtern und geht bis hin zur Stubenreinheit. Deshalb sollte man ein Kitten nie alleine halten, sondern mindestens zu zwei. Katzen lernen voneinander und brauchen unbedingt Sozialkontakte zu anderen Katzen. Sie lernen nicht nur wichtige Verhaltensweisen und auch Stubenreinheit von ihnen, sondern trainieren Jagdverhalten, Anschleichen und testen ihre Grenzen aus. Richtig balgen kann eine Katze nur mit ihresgleichen. Fehlt der wichtige Katzenkumpel, hat man schnell das Problem "Hilfe - meine Katze ist aggressiv". Mit Aggressivität hat das nichts zu tun, Katzenkinder müssen genau wie Menschenkinder auch, raufen. Sie trainieren hierdurch die Koordination ihrer Bewegungen und werden dadurch zu geschickten Jägern. Ein Mensch oder ein anderes Tier kann dies nie ersetzen.

 

Daher nun ein paar Tipps, mit denen man auch Katzen ein wenig "erziehen" kann:

Die richtige bzw. falsche "Bestrafung"

 

Einmal nicht aufgepasst und schnell ist es passiert: Irgendetwas geht zu Bruch, Mietz läuft auf dem Tisch spazieren oder buddelt gerade mit energischer Wonne in sämtlichen Blumentöpfen. Das macht nicht nur eine Menge Dreck und Arbeit, sondern wird schnell zur Gewohnheit für die Katze, wenn man sie nicht darauf aufmerksam macht, dass es eigentlich nicht so erwünscht ist, was sie da gerade treibt.

 

Manch einer beginnt in solchen Situationen vielleicht, nach Gegenständen zu suchen, mit denen er nach dem Kätzchen werfen kann, damit sie sich erschrickt und den Tatort verlässt. Dies sollte man jedoch gerade nicht, ebenso wenig wie ihr einen Klaps auf den Hintern zu geben oder sie sonstwie grob zu behandeln.

 

Schnelle Reaktion ist in solchen Situationen gefragt. Sobald die Katze anfängt zu buddeln oder zum Sprung auf den Tisch ansetzt, sofort ein klares und deutliches "Nein" aussprechen, natürlich in einer Tonlage, die der Katze auch imponiert. Das übliche "tüddel-tüddel", das man eigentlich anwendet wenn man mit den Tieren spricht, zeigt hier wenig Wirkung. Genau wie Hunde verstehen Katzen natürlich nicht die Bedeutung unserer Worte, sie deuten eine Situation danach, wie unsere Stimmlage ist.

Erlaubte Hilfsmittel

 

Kühles Nass

 

Nun gibt es ja auch Kandidaten unter den Vierbeinern, die sind geradezu prädestiniert dafür, auch mal ein lautes energisches "Nein" zu ignorieren.

 

Hat man einen solchen Fall bei sich zuhause, kann man dieses "Nein" auch mit einer gewöhnlichen Blumenspritze unterstützen. Das Wasser zeigt auch meistens eine hervorragende Wirkung. Natürlich soll die Katze nicht durchgenässt, sondern nur durch einen kleinen Spritzer ermahnt werden. Hat die Fellnase dann oft genug ein paar Tropfen abbekommen, reicht es schon aus, ihr die Flasche nur zu zeigen und sie geht freiwillig ohne dass man große Worte schwingen muss.

 

Diese Methode ist zwar recht umstritten, es gibt viele Meinungen die besagen, dass es an Tierquälerei grenzt. Ich persönlich habe jedoch ausschließlich gute Erfahrungen damit gemacht. Auch ist keine meiner Katzen dadurch traumatisiert oder sonst wie verängstigt oder aggressiv geworden. Mittlerweile wenden wir diese Methode auch schon seit vielen Jahren nicht mehr an. Schlichtweg deshalb, weil es nicht mehr notwendig ist. Was in frühen Jahren auf diese Art gelehrt wurde, wurde behalten und zu 99% benehmen sich alle 4 vorbildlich

 

Der Schock-Effekt

 

Ich spreche aus leidvoller Erfahrung, wenn ich sage, dass es sogar Katzen gibt, denen nicht mal Wasser etwas ausmacht. Hier kann es hilfreich sein, einfach mal eine kleine Tüte aufzublasen und diese dann platzen zu lassen. Die Katze müsste sich hiervon so sehr erschrecken, dass sie dieses Erlebnis mit ihrer Untat in Verbindung bringt und diese künftig lieber unterlässt.

Verspätetes Entdecken

 

Hat man die Missetat des Rowdies erst später bemerkt, weil man vielleicht gerade nicht im Haus war, nützt es natürlich nichts mehr, "Nein" zu rufen oder mit der Wasserspritze die Katze zu verfolgen. Sie kann nicht deuten warum sie nun "bestraft" wird, da die Zusammenhänge gar nicht mehr hergestellt werden können. Komischerweise wissen einige der schlauen Kerlchen aber trotzdem genau, wenn sie etwas angestellt haben. Der Tatort wird dann meist großräumig gemieden und es wird abgewartet, bis Herrchen oder Frauchen sich wieder beruhigt haben.

 

Sieht man also erst später was Mietz mal wieder angestellt hat, sollte man mit der Schadenbegrenzung warten, bis der Übeltäter hinzukommt. Vor seinen Augen macht man dann alles wieder schön sauber, aber ohne die Katze zu beachten.

 

Natürlich sollte man sein Tier nie derart bestrafen, dass man ihm Futter oder Wasser entzieht. Wie schon erwähnt, sind Katzen zwar schlaue Tiere, aber den Zusammenhang zwischen dem "Bockmist" und dem Futterentzug können sie nicht herstellen.

 

Auch Bestrafung in Form von Aussperren ist natürlich nicht erlaubt, und auch gar nicht sinnvoll und hilfreich. Denn auch hier kann von der Fellnase kein Zusammenhang hergestellt werden.

Tipps

 

Hier nun noch ein paar Tipps, die helfen sollten, den Schaden etwas in Grenzen zu halten:

 

1. Blumentöpfe:

 

Wenn Mietz gerne in Blumentöpfen buddelt, kann man sich einfach ein Stück Fliegengitter oder ein etwas feinmaschigeres Netz zurechtschneiden und dieses über den Blumentopf spannen. Sehr gut funktioniert auch eine zurecht geschnittene Feinstrumpfhose. So kommt niemand unbefugtes mehr an die Erde ran und die Pflanze bekommt trotzdem noch genug Licht und Wasser.

 

2. Der Tisch:

 

Geklautes Essen schmeckt viel besser. Das haben auch Katzen verstanden und verstehen es nicht nur zu betteln, sondern auch im richtigen Augenblick auf den Teller zu langen und blitzschnell ein Stück vom Schnitzel in Sicherheit zu bringen. Auch Geschirr in der Spüle ist nicht sicher. Hier hilft leider nur, beim Essen aufmerksam zu sein und dreckiges Geschirr gleich abzuspülen - unsere Katzen erziehen uns zur Sauberkeit ;) Hilfsweise kann man es auch so handhaben, dass die Fellnasen gleichzeitig mit uns ihr Futter bekommen und so mit ihrem eigenen Essen beschäftigt sind und uns in Ruhe essen lassen. Nachteil hiervon allerdings - Die Katze lernt so, dass sie frisst, wenn wir auch essen. Verändern sich also irgendwann unsere Essenszeiten, fordert die Katze dann trotzdem ihr Futter ein.

 

3. Tapeten kratzen

 

Trotz Kratzbaum wetzen sich manche Mini-Tiger ihre Krallen lieber an der Wand. Hier ist Abhilfe ganz einfach: In jedem gut sortierten Fachhandel gibt es diverse Kratzbretter, auch solche, die über Ecken reichen. Diese werden dann einfach an der beliebten Kratzstelle angebracht. Die Wand bleibt heil und die Krallen werden auch noch gewetzt. Wird jedoch nicht nur an einer Stelle gekratzt, sondern an mehreren oder gar an Möbeln, kann man es mit der Wasser-Methode wie oben beschrieben versuchen, oder im Fachhandel eines der vielen Fernhaltesprays aufsprühen.

Übrigens:

 

Katzen sind nicht dumm ;-) Die genannten Methoden funktionieren vielleicht, solange die Dosenöffner anwesend sind. Sobald sie aber den Raum oder die Wohnung verlassen, wird jede Katze sich wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung widmen: Spazieren gehen auf dem Tisch, die Arbeitsplatte unsicher machen oder oder oder.

 

Ganz abgewöhnen kann man solche Angewohnheiten also natürlich nicht. Anscheinend macht alles, was verboten ist, erst recht Spass ;-)