Einzelhaltung und ihre Folgen

 

Entgegen vieler Meinungen sind Katzen keine Einzelgänger. Im Gegenteil - sie sind sehr sozial und lieben es, miteinander zu kuscheln oder sich gegenseitig zu putzen.

 

Sicher gibt es auch unter den sozialsten Tieren solche, die sich nicht auf Anhieb mit jedem Artgenossen verstehen. Der Mensch schlussfolgert dann fälschlicherweise, dass seine Katze keine Artgenossen akzeptiert und lieber alleine leben möchte. Aber wie ist es denn bei uns Menschen? Wir mögen doch auch nicht jeden, oder? ;-) Trotzdem leben wir nicht abgeschottet von der Außenwelt und johne eglichen menschlichen Kontakt! Wieso sollte es also unseren Fellnasen anders gehen. Es braucht eben Zeit und Gedult, bis zwei sich einig sind. Wenn man Glück hat und die Mietzen gut sozialisiert wurden, klappt eine Zusammenführung ohne größere Probleme und auch recht schnell.

 

Tipps zur richtigen Zusammenführung findet ihr hier.

 

Hier könnt ihr euch schon mal ein Bild davon machen, wie glücklich und zufrieden Katzen mit ihresgleichen sind.

Sozialisierung

 

Für junge Kätzchen ist eine gute Sozialisierung unbedingt notwendig. Deswegen müssen sie auch mindestens 12 Wochen lang bei Ihrer Mutter bleiben. Dort lernen sie wichtige Verhaltensweisen, lernen wie und was man fressen kann und werden vor allen Dingen von ihr erzogen. Auf Katzenweise. Oft sieht es sehr ruppig aus, wenn eine Kätzin mit ihren Kitten "schimpft", die kleinen schreien oftmals herzerweichend und man denkt die Mutter tut ihnen wirklich weh. Dem ist natürlich nicht so, es ist eben katzenart und die kleinen lernen so ihre Grenzen kennen.

Folgen der Einzelhaltung

 

Müssen die kleinen Kätzchen ihre Mutter schon verlassen, obwohl sie alle diese wichtigen Verhaltensweisen noch nicht gelernt haben, wird der zukünftige Dosenöffner seine lieben Probleme mit ihnen haben.

 

Immer noch werden viel zu häufig Kitten im Alter von teilweise 6-8 Wochen von der Mutter genommen. Sie wissen somit noch nicht, wie man alleine frisst und ihnen fehlt das typischen Sozialverhalten von Katzen. Hinzu kommt, dass diese kleinen Würmer auch oftmals noch alleine aufwachsen müssen. Egal ob sich die Dosenöffner einfach nicht ausreichend informiert haben, oder einfach keine zweite Katze wollen - es ist das Kitten, das darunter leidet.

 

"Ich spiele oft mit meiner Katze, sie ist ausgelastet"

 

Folgen von Einzelhaltung können z. B. sein, dass die kleine Katze einfach keine Grenzen kennengelernt hat, und mit ihrem Dosenöffner umgeht, wie mit einem Artgenossen. Man hört und liest oft, dass Kätzchen plötzlich "aggressiv" werden und ihrem Menschan ans Bein springen oder herzhaft in Arme und Beine beißen...

Mit Aggressivität hat das jedoch nichts zu tun. Die kleinen sind einfach unterfordert, sie haben ja keinen zum Spielen. Oft hört man dann das "Argument": "Ich spiele jeden Tag mit meiner Katze und sie ist abends immer müde und ausgelastet.". Hierzu sei gesagt, dass der Mensch keine Katze ist. Natürlich kann der Dosenöffner mit seiner Katze spielen, aber das ist nie das gleiche, als hätte die Fellnase einen Artgenossen neben sich. Der Mensch kann die Katze nicht putzen, sie kann mit ihm nicht raufen wie mit ihresgleichen usw. Das ist in etwa damit zu vergleichen, als müsste man als Mensch mit einem Gorilla zusammenleben. Man würde sich vielleicht mit ihm verstehen und auch den einen oder anderen Spass mit ihm haben. Aber beide hätten niemanden zum kommunizieren und ein Gorilla ist eben kein Mensch. Genau wie ein Mensch keine Katze ersetzen kann.

 

Außerdem fehlt ja die Erziehung und die strenge Hand der Mutter. Die hätte in einer solchen Situation sicher durchgegriffen und ihr Kitten zur Vernunft gebracht. Der Mensch kann natürlich schimpfen und rufen, aber das macht bei Weitem nicht so einen Eindruck wie eine strenge Kätzin...

 

Weitere Folge kann sein, dass die Mietze später ganz schwierig beim Fressen wird. Auch das wird von der Mutter gelernt, und was das Kitten lernt, behält es bei.

 

Verhaltensstörungen können auch sein, dass plötzlich Mülleimer geräubert werden, das Essen auf dem Tisch nicht mehr sicher ist und so weiter.

 

Außerdem wird es sehr schwierig werden, ein solches Kitten später mal mit einer zweiten Katze zu vergesellschaften, da es alleine aufgewachsen ist und damit keine Artgenossen kennt. Des Weiteren weiß es das Verhalten von anderen Katzen auch nicht zu deuten, da es nie gelernt wurde. Es weiß also gar nicht, was es mit einem Artgenossen anfangen soll und wird erst mal Angst haben und sehr unsicher sein.

Das sollten nun genug und vor allem überzeugende Gründe gewesen sein, ein Kitten erst im Alter von 12 Wochen zu sich nach Hause zu holen. Und dann am Besten gleich mit einem Geschwisterchen.

 

Sollten trotzdem noch offene Fragen auftauchen, schickt einfach eine E-Mail an info@katercarlo.de .

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