Montag, 13. Juni 2016 - 10:24 Uhr

Der Tropfen auf dem heißen Stein

oder: Warum Katzen zu wenig trinken

 

Eine lange Katzengeschichte kurz erzählt: Katzen sind ursprüngliche Wüstentiere. Nun wissen wir alle, dass dort nicht so häufig Wasser zu finden ist. Dort lebende Tiere müssen ihren Flüssigkeitshaushalt also über die Nahrungsaufnahme regeln - das ist heute noch so. Nun leben unsere Katzen natürlich nicht in der Wüste, das ist klar. Jedoch ist die "Programmierung" immernoch die Gleiche, Flüssigkeit wird größtenteils mit der Nahrung aufgenommen. Selten trinken Katzen mal aus einem Napf oder (z.B. wenn sie draußen leben) einer Pfütze oder ähnlichem.

 

Die natürlichste Nahrung einer Katze ist die Maus. Diese besteht aus ca. 70-80% Wasser,  mit einer artgerechten Ernährung geht der Plan der Natur also auf. Leider werden aber viele Katzen heutzutage nicht artgerecht ernährt, was schnell zu einer Unterversorgung mit Wasser führt.

 

Trockenfutter entzieht dem Körper Wasser. Das lässt sich ganz einfach nachweisen, indem man einen Löffel Trockenfutter nimmt, und dieses solange mit Wasser übergießt, bis es nichts mehr aufsaugen kann. Hierbei wird man feststellen, dass gut die drei- bis vierfache Menge an Wasser nötig ist. Das heißt also, dass eine Katze die einen Napf mit Trockenfutter am Tag frisst, drei bis vier Näpfe mit Wasser leeren müsste. Und nun Hand aufs Herz: Wessen Katze trinkt täglich wirklich so viel?

 

Die Folgen sind verherend: Nierenschäden, Blasen- oder Nierensteine, Leberschäden usw. Das ganze komplexe Thema könnt ihr hier nochmal genauer nachlesen.

 

Was kann Mensch also tun, um solchen gesundheitlichen Problemem vorzubeugen?

  • kein Trockenfutter!
  • immer ausreichend Wasser zur Verfügung stellen
  • mehrere Wassernäpfe in der Wohnung verteilen (diese werden dann im Vorbeigehen meistens spontan gerne in Anspruch genommen, sozusagen um Katz ans Trinken zu erinnern)
  • Nassfutter oder auch Fleisch mit zusätzlichem Wasser versetzen
  • Trinkbrunnen animieren viele Katzen durch das Geräusch und die Bewegungen des Wassers zum Trinken

Wir sollten nicht vergessen, dass unsere Katzen - sofern sie nicht nach draußen gehen und selbst jagen - von uns und dem was wir ihnen zur Verfügung stellen, abhängig sind. Diese Abhängigkeit sollte nicht dazu führen, dass unseren Lieblinge (unbewusst) geschadet wird.

 

Vielen Dank an Jasi Rudowitz für das Foto!


Tags: Trockenfutter Trinkbrunnen Katzen Ernährung 

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