An dieser Stelle möchten wir euch ein wenig auf dem Laufenden halten über Kittys Pankreatitis und Gastritis...
Alles begann am Freitag, 29.01.2010. Kitty wollte ihr Frühstück nicht. Soweit nichts ungewöhnliches, sie hatte schon öfters morgens keinen Hunger. Das zog sich jedoch durch den ganzen Tag, auch ihr Abendessen blieb stehen bzw. wurde von den anderen beiden vertilgt. Tags darauf waren wir deswegen beim Tierarzt. Da sie sich wie immer nicht untersuchen lies, wurde "auf Verdacht" ein Schmerzmittel verabreicht, da wir alle eine Schmerzhaftigkeit im Maulraum vermuteten, und sie deswegen nicht fraß. Da sie normal trank, versuchten wir es mit speziellem Futter, das sich in Wasser auflöst und schließlich eine Konsistenz ähnliche wie eine Suppe hat. Aber auch das verschmähte sie.
Sie fraß in diesen ganzen Tagen nur wenige Bröckchen Trockenfutter, lies sogar ihren sonst so geliebten Käse, Thunfisch oder sonstige Leckerchen liegen. Alarmstufe rot war angesagt, als sie nicht mal mehr die Margarine vom Finger schleckte...
Zum Haustierarzt sollten wir eigentlich erst Montag, aber solange konnten wir sie nicht so lassen. Sie schlief eigentlich nur noch, und ich schaute minütlich nach, ob sie überhaupt noch atmet. Sie sah wirklich sehr schlecht aus.
Deswegen brachten wir sie am Sonntag, 31.01., zum Notdienst in die Tierklinik. Sie wurde ein wenig sediert, um eine Untersuchung überhaupt möglich zu machen. Bluttest, Röntgen, Infusion, volles Programm. Der Bluttest ergab erhöhte Leberwerte, das Röntgenbild lies eine Engstelle im Verdauungstrakt vermuten.
01.02.2010
Heute starten alle Tests. Ständiges Röntgen und mehrmals am Tag wird ihr Kontrastmittel verabreicht um herauszufinden, wo die Engstelle genau liegt und warum. Diese Tests ergeben jedoch nicht wirklich neues, das Kontrastmittel läuft rückstandslos durch den Körper.
Nichts desto trotz kommt man im Laufe des Tages zu der Erkenntnis: Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung). Antibiotika und Schmerzmittel sollen dem Ganzen entgegenwirken.
Wann unser Mäuschen wieder nach Hause darf, kann uns noch niemand sagen, da noch eine Auswertung des Bluttestes bezüglich des Pankreas-Wertes aussteht.
Sie sieht noch nicht wirklich gut aus, hat stumpfes Fell und ist noch mächtig neben der Mütze. Sie hasst ihren Halskragen und den Venenzugang und sämtliche Schläuche in ihren Pfoten. Allerdings freut sie sichtlich, uns zu sehen. Sie liegt die ganze Zeit über ganz ruhig bei uns auf dem Behandlungstisch und lässt sich betüddeln. Ganz entgegen ihrer Natur ist sie sehr anhänglich, verschmust und besteht auf engen Körperkontakt.
02.02.2010
Heute sind wir wieder für zwei Stündchen bei unserem Mäuschen. Vorsichtshalber haben wir schon die Transportbox eingepackt, in der Hoffnung, sie heute mitnehmen zu können.
Daraus wurde aber leider nichts...
Zur Pankreatitis kommt nun auch noch eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung). Sie hat leichtes Fieber, hängt nach wie vor an der Infusion, da sie noch nicht selbständig genug Nahrung aufnimmt. Sie trägt immernoch ihre so gehasste Halskrause. Während unseres Besuches haben wir ihr dieses grässliche Ding abgenommen und sie war sofort sowas von dankbar. Sie war wieder verschmust wie schon Tags zuvor und wich nicht von unserer Seite.
Die Auswertung des Bluttestes kommt im Laufe des Abends, am nächsten Tag gegen Mittag sollen wir uns nochmal melden, hoffentlich erfahren wir dann endlich mehr...
03.02.2010
Eigentlich ging es Kitty zusehens besser, sie hatte sich stabilisiert, das Fell war wieder schön weich und glänzend und sie war wieder richtig munter. Umso mehr schockierte mich der Anruf, dass man sie nun doch operieren muss... Das Röntgenbild zeigte, dass das Kontrastmittel ein wenig im Magen und hauptsächlich im Darm hängen blieb, und immernoch nicht - wie erwartet - durchlief. Außerdem sprach sie nach wie vor nicht wie erwartet auf das Antibiotika an. Also muss sie operiert werden, um zu sehen, was den Darm verstopft.
Um 12:30 Uhr sind wir wieder in der Klinik, um uns nach unserem Mäuschen zu erkundigen. Man bittet uns noch um 20 Minuten Wartezeit, da die OP noch nicht ganz abgeschlossen ist. Aus diesen 20 Minuten wurden schließlich 40 Minuten. Noch nie kamen mir 40 Minuten so lange vor, wie heute. Vor allem war ich beunruhigt, weil es doppelt so lange dauerte, als uns gesagt wurde.
Schließlich kam die Ärztin, die unsere Maus operiert hat. Ursache allen Übels war ein verklebtes Fellbüschel, dass sich an der Darmwand festgeklebt hatte und somit alles verstopfte. Dieses Büschel konnte entfernt werden, ohne den Darm öffnen zu müssen. Die Ärztin zeigte uns ein Foto der Innereien, das bei der OP gefertigt wurde. Alles war feuerrot und entzündet.
Durch den verstopften Darm hatte sich natürlich auch alles entzündet. Pankreatitis und Gastritis sind also eine Folge des Darmverschlusses. Zwar ist der fPLI-Wert nur bei 1,1, also völlig im Normbereich, allerdings ist der Amylase-Wert sehr hoch, sodass leider doch eine Pankreatitis vorliegt.
Die Ursache jedoch ist endlich gefunden und behoben, damit beruhigt sich hoffentlich wieder alles und die Entzündungen gehen zurück.
Weil alles so "gut" lief, dürfen wir sie am nächsten Tag abholen.

Ein Tag nach der OP - endlich wieder Putzen!
04.02.2010
Heute wollen wir unser Mäuschen abholen! Um sicher zu gehen, rufen wir vorher kurz an. Kitty hat nach wie vor Fieber und möchte absolut nichts essen, teilt man uns mit. Alles hört sich so an, als muss sie noch länger in der Klinik bleiben...
Ich packe sämtliche Leckerchen und Futter, die ich so habe, eingepackt und wir sind in die Klinik gefahren, um ihr etwas anzubieten, dass sie kennt und schon immer mochte. Aber nichts war zu machen, in der Klinik möchte sie einfach nichts fressen. Sie sitzt am Fenster und weint jämmerlich, sie will raus... Verkriecht sich in der letzten Ecke des Untersuchungszimmers und hat Panik in den Augen, als die Ärztin reinkommt.
Sie erzählte uns, dass sie schon wieder total munter ist, aber noch leichtes Fieber hat. Kitty verkrampft total, sobald sie von den Pflegerinnen oder anderen fremden Personen angefasst wird, bekommt schwitzige Pfoten und einen wahnsinns Herzschlag. Unter Zwang geht bei ihr sowieso nichts, logische Folgerung dass sie dort nicht essen möchte. Also sieht die Ärztin selbst ein, dass es ihr zuhause besser geht. Unser Mäuschen darf also doch mit nach Hause :-) Das Fieber ist bei ihr wahrscheinlich eher stressbedingt, ebenso wie die Futterverweigerung.
Nun liegt der kleine Kämpfer im Bett und schläft sich gesund. Hoffentlich nimmt sie später mal ein Häppchen zu sich. Morgen steht noch mal ein Kontrollbesuch in der Klinik an, nochmal Fiebermessen und berichten, wie sie sich zuhause gemacht hat.
Mittlerweile ist es Abend, und Kitty verkriecht sich immer noch unterm Bett und schläft wie ein Stein. Bei jedem Geräusch meckert sie ein wenig, sämtliches Futter, dass ich rund ums Bett verteilt habe, wird ignoriert. Falls gar nichts hilft, habe ich ein paar Gläschen Babybrei gekauft. Ich hoffe, dass sie im Laufe des Abends bzw. der Nacht ein paar Happen wenigstens zu sich nimmt.

Baldrian ist toll, auch wenn man krank ist!
05.02.2010
Was für eine Nacht... Der Wecker klingelte alle zwei Stunden, damit mein Mäuschen ein bisschen Babybrei zu sich nimmt, den sie nur vom Finger schleckt. Getrunken hat sie auch ordentlich, allerdings muss sie daran erinnert werden. Sie hat die ganze Nacht über sehr gejammert bei jeder Bewegung, die OP-Naht schmerzt sie wohl doch sehr. Allerdings haben "wir" über die Nacht verteilt ein ganzes Gläschen Babybrei (125 g) verdrückt :-) Ein großer Lichtblick.
Nun stand aber auch noch der Besuch in der Klinik zur Nachuntersuchung an. Mal wieder ein kleiner Kampf mit dem kranken Mäuschen. Schon sie in die Transportbox zu bekommen, war der Horror für sie. In der Klinik angekommen, wollte sie die Ärztin natürlich erst mal genau untersuchen - der nächste Schock für Kitty... Fieber messen, abhören, sie hat sich gewehrt wie es ihr noch möglich war in ihrem Zustand.
Leider hat sie nach wie vor Fieber, welches sogar noch ein wenig höher geworden ist. Gestern bei 39,2 liegt es heute schon bei 39,7. Ab heute versuchen wir auch zuhause selbst zu messen, da sie sich ja bis dorthin schon wieder erheblich aufgeregt hatte und unter Stress stand. Sie bekam noch drei Spritzen, zwei mal Antibiotika und einmal ein Schmerzmittel, hat mir vor Wut und Schmerz nochmal richtig schön in den Finger gebissen, dann war auch das überstanden.
Die Ärztin möchte allerdings Kitty´s Magen schonen, daher soll sie auch Spritzen bekommen, und keine Tabletten. Also morgen nochmal die gleiche Tortur.
Wenn sie heute im Laufe des Tages ein bisschen Dosenfutter annimmt, sieht auf jeden Fall alles schon mal ein wenig besser aus.
06.02.2010
Endlich gibt es erfreuliche Nachrichten: Kitty lies sich gestern Abend noch davon überzeugen, ein wenig Dosenfutter zu fressen. Die Nacht verlief sehr gut und ruhig, sie schlief mit im Bett und stand morgens sichtlich interessiert mit uns auf. Sie sah sehr neugierig zu, wie ich die drei Näpfe mit Futter füllte und ich hatte schon große Hoffnung, weil sie sehr hungrig schien. Aber kaum hatte ich die Näpfe an ihren Platz gestellt, schnüffelte sie nur kurz und ging dann mit angewidertem Gesichtsausdruck davon...
Den danach gleich gekauften Thunfisch allerdings schien sie ganz toll zu finden, auch das Gläschen Babybrei hat sie noch leer gemacht. Der Appettit war also größer als je zuvor :-)
Aber leider stand ja auch noch der Kontrollbesuch in der Klinik an. Fiebermessen ist bei ihr ja leider unter gar keinen Umständen zuhause möglich, allerdings lies die Temperatur der Ohren schon vermuten, dass das Fieber zurückgegangen ist. Das bestätigte sich zum Glück auch in der Klinik - genau 39°C. Das Fieber war also weg, sie wurde noch ihr Pflaster am Bauch los, dass sie die ganze Zeit sehr zu stören schien. Noch fix zwei Antibiotika-Spritzen und das Mäuschen war entlassen. Sollte es ihr bis Montag nicht noch erheblich schlechter gehen (wovon wir nicht ausgehen), ist die Behandlung nun endgültig abgeschlossen. In einer Woche müssen noch die Fäden gezogen werden, dann hat sie alles überstanden.
Fressen geht zwar nach wie vor nur schleppend und per Hand, aber vielleicht überzeugt sie ja ein Stück frisches Putenfleisch heute Abend...
16.02.2010
Morgen ist es ganz genau zwei Wochen her, dass Kitty operiert wurde. Übermorgen zwei Wochen, seit sie wieder zuhause ist. Seitdem ist es - zwar immer schleppend und mit kleinen Rückschlägen - immer ein Stück voran gegangen. Was mit Babybrei angefangen hat, haben wir mittlerweile schon zu Dosenfutter gesteigert, welches man mit ein wenig Wasser breiig matschen kann. Futter mit Stückchen drin möchte sie bis heute noch nicht so recht, aber immerhin lässt sie sich schon auf eine Mischung zwischen Futterbrei und normalen Dosenfutter ein. Jeden Tag frisst sie größere Portionen und sieht auch schon wieder richtig gut aus :-) Komischerweise kommt Putenfleisch nach wie vor super an und wird mit großen Augen verschlungen, auch schon größere Stücken. Es geht also, wenn man will...
Auch der Klogang funktioniert wieder wie immer :-)
Gestern erlebten wir sogar eine mittelgroße Überraschung, als sie den ganzen Tag wie eine Verrückte mit Mira und Carlo spielte... Kitty war in bester Spiellaune, pirschte ich an alles, das sich bewegte, an, rannte mit Mira um die Wette usw. Wir haben also alles gut überstanden und müssen nun nur noch die angewöhnten komischen Ernährungsgewohnheiten wieder in den Griff bekommen, aber das ist wohl das kleinste Problem.
Vielen Dank nochmal an alle, die uns Daumen und Pfoten gedrückt haben und die ganzen netten Geschenke geschickt haben!