B.A.R.F.


 

Was ist das eigentlich?

 

Die einfachste Erklärung für die Abkürzung B.A.R.F. ist wahrscheinlich "bones and raw food" (Knochen und rohes Futter). Die einfachste Übersetzung ins Deutsche ist wohl "biologisch artgerechte Rohfütterung.

Bekanntlich sind Katzen Fleischfresser und werden daher mit rohem Futter deutlich besser ernährt als mit Dosen- oder Trockenfutter. Hierbei sind allerdings ein paar Punkte zu beachten:

  • Katzen fressen nur frische Beute und niemals altes oder gar verwestes Futter. Deshalb ist es besonders wichtig, auf eine gute Qualität und die Frische des Fleisches zu achten, das  man füttert.
  • Die Katze sollte niemals hungern müssen, wenn sie ihre Mahlzeit nicht fressen möchte. Das Verdauungssystem einer Katze ist darauf ausgelegt, mehrmals am Tag eine Maus oder ähnliches zu fressen.
  • Katzen fressen ihre Beute ganz, lediglich die Galle und der Kopf wird gelegentlich verschmäht. Alles andere wird gefressen und somit auch entsprechend verdaut. Dementsprechend sollte das Futter ausgelegt sein, dass sie von uns bekommen.

Worauf muss ich achten?

 

Eine Katze, die mit Dosen- oder nur mit Trockenfutter aufgewachsen ist, wird nur schwer oder gar nicht auf diese Nahrung umzustellen sein, die keinen Zucker und keine künstlichen Aromen enthält. Einen Versuch wäre es dennoch wert, vor allem dann, wenn eine Katze eventuell krankheitsbedingt kein Dosenfutter mehr verträgt. 

Es ist besonders darauf zu achten, dass die Katze mit alledem versorgt wird, dass ihr auch ihre Beutetiere liefern, also in erster Linie Taurin. Fleischsorten mit einem hohem Tauringehalt sind zum Beispiel Herz von Rind oder Huhn. Dieses sollte häufig auf dem Speiseplan stehen. Der zusätzliche Vorteil des Rinderherzes ist es außerdem, dass dieses Fleisch sehr fest ist und ordentlich gekaut werden muss und somit die Kaumuskulatur beansprucht und vor allem die Zähne putzt.

Mit der Ausnahme Schweinefleisch können sämtliche Fleischsorten verfüttert werden. Wichtig ist aber, dass auch hier für Abwechslung gesorgt wird, um die Bedürfnisse des Tieres besser abdecken zu können.

Wer sich nun nicht traut, sein Tier gänzlich auf rohes Fleisch (das sogenannte "große Barfen") umzustellen, kann seiner Katze auch mit dem "kleinen Barfen" einen Gefallen tun.


Beim kleinen  Barfen wird weiterhin Dosenfutter gefüttert. Nur ein kleiner Teil der täglichen Nahrung besteht aus rohem Fleisch. Sollte die Katze noch unschlüssig sein und das neue Futter erst mal ignorieren, hilft es meist, das Fleisch kurz anzubraten oder zu überbrühen.


Carlo mit Maus

Was darf ich füttern?

 

Eigentlich kann man jedes Fleisch verfüttern. Nur auf Schweinefleisch sollte hier verzichtet werden. In manchen Gegenden Deutschlands kann im Schweinefleisch der Erreger der sogenannten "Pseudotollwut" enthalten sein, die für den Menschen zwar ungefährlich, aber für Hund und Katze tödlich ist.


Da es unter den Fellnasen auch Kandidaten gibt, die ihr Futter gerne schnell runterschlingen, sollte man während des Fressens gut aufpassen und eventuell eingreifen und einen fleischigen Knochen wieder herausholen.

 

Auf unserem Speiseplan stehen z. B.

 

- Mäuse

- Eintagsküken

- Wachteln

- Hühnerhälse

- Hühnermägen

- Hühnerherzen

- Hühnerflügel

- Putenfleisch

- Rindfleisch

Mancher denkt sich jetzt bestimmt, dass eine solche Ernährung wahnsinnig teuer sein muss, aber das täuscht. Im www gibt es alles günstig ;-)

 

So kostet z. B. ein Kilo Hühnerhälse gerade mal 2,50 Euro, genau wie ein Kilo Lammfleisch. Frostmäuse gibt es ebenfalls in diversen Online-Shops, dort kostet eine ausgewachsene Maus nicht einmal einen Euro. Hühnerflügel, -herzen und -mägen sowie Wachteln bekommt man eigentlich in jeder größeren Kühltheke.

 

Übrigens:

 

Laut Gesetz ist es verboten, an Katzen lebende Mäuse zu verfüttern bzw. diese zur "Belustigung" der Mietz vorzusetzen. Lebende Mäuse dürfen nur an solche Tiere verfüttert werden, die sonst nicht überleben würden. Einige Schlangenarten z. B. fressen keine toten Tiere.

 


Kitty mit Hühnerhals

 

Vorsicht bei Knochen

 

Knochen sind natürlich nicht zuletzt wegen des Kalziumgehaltes eine sinnvolle Nascherei bzw. Nahrungsergänzung.

 

Trotzdem ist bei der Zubereitung Vorsicht geboten. Geflügelknochen sollten zum Beispiel nicht erhitzt bzw. gegart werden, da sie sonst brüchig werden und splittern. Rohe Geflügelknochen sind hingegen gar kein Problem, da diese ziemlich weich sind und nicht splittern können.

 

Auch wenn man rohes Geflügel inklusive Knochen verfüttert, sollte man vorsichtshalber die Fellnasen beim Verspeisen beobachten, falls sich doch mal ein kleiner Knochen verhakt.

 

Auch der Kot sollte regelmäßig kontrolliert werden, da manche Katzen nach dem Verzehr von Knochen dazu neigen, hartleibig zu werden. Dann sollte man einfach die Ration ein wenig runtersetzen und nach und nach wieder steigern.

 

Besonders beliebt sind hier Hühnerhälse und Hühnerflügel.

Naschen erlaubt!

 

Genau wie wir naschen auch unsere Fellnasen zwischendurch gerne. 

 

Allerdings eignen sich die handelsüblichen und allgemein bekannten Leckerchen nicht wirklich dazu, der Katze zwischendurch einen gesunden Snack zu gönnen. Genau wie beim Trockenfutter ist hier viel zu viel Getreide, Nebenerzeugnisse und teilweise auch Zucker enthalten.

 

Wer seinem Tier also auch bei der kleinen Nascherei nebenbei etwas Gutes tun will, der sollte auch hier auf Fleisch zurückgreifen.  

 

Ab und an mal ein Stück Rindfleisch, Hühnermägen, Putenherzen, Hühnerhälse, getrocknete Hühnchen- oder Kaninchenstreifen, getrocknete Schweinedärme oder auch ruhig mal ein Hühnerflügel - natürlich roh! - schmecken nicht nur viel besser, sondern sind auch noch gesund. Außerdem dauert das Verspeisen hier eine ganze Weile und somit ist die Katze auch noch ein wenig beschäftigt.

Achtung FSE!

 

Die feline spongiforme Enzephalopathie ( FSE) ist mit BSE verwandt und eine übertragbare Gehirnerkrankung, die durch den Verzehr von infektiösem Fleisch weitergegeben wird.

 

In Großbritannien sind davon schon etwa 100, in Irland drei und in Norwegen ein Fall davon bekannt geworden. Im Jahr 2001 ist diese Kranheit auch erstmals bei einer Katze aus der Schweiz ausgebrochen.

 

Diese hatte allerdings rohes bzw. nicht genug erhitztes infiziertes Gehirn und Rückenmark gefressen.

 

In Großbritannien betonte man, dass die Zahlen zurückgegangen seien, seit man auf Tiermehl im Katzenfutter verzichtet.

 

Man kann also weiterhin bedenkenlos frisches Rindfleisch verfüttern, allerdings sollte man darauf achten, auf besonders gefährdete Inneren, wie eben Gehirn und Rückenmark, zu verzichten. Rindergulasch sowie Herzen sind also kein Problem.

Knochen enthalten neben anderen Stoffen auch viel Calcium. Wird nur Fleisch ohne Knochen gefüttert, sollte es in Form von Eierschalen oder Knochenmehl hinzugegeben werden. Fleischige Knochen sollten nicht mehr als 30% des Gesamtfutters ausmachen, da es sonst zu einer Calcium-Überversorgung kommt, welche zu Verstopfung und langfristig auch zu Nierenschäden führt.

Ein bis zwei Mal pro Woche ist auch Fisch eine schöne Abwechslung für die Katze.

Beim kleinen Barfen , welches bis zu 20% der Ernährung ausmacht, gilt die Faustregel, dass zusätzliche Ergänzungsmittel gegeben werden sollten. 20% entsprechen bei einer "normalen" Katze von ca. vier Kilo etwa 200 Gramm Fleisch pro Woche.