Die Ohren

Die Ohren unserer Fellnasen stehen aufrecht und können in verschiedene Richtungen gedreht werden. Katzen verfügen über ein ausgezeichnetes Gehör, ihr Frequenzbereich liegt ungefähr bei 65.000 Hertz, mehr als das Dreifache dessen, das der Mensch wahrnehmen kann. Eine Katze kann ihre Ohren unabhängig voneinander in großem Radius drehen, womit es ihr möglich ist, Beutetiere genau auszumachen und selbst in größter Dunkelheit sicher durch einen einzigen Sprung zu erlegen.

Die Ohrmuscheln sind mit Tasthaaren besetzt, um das Eindringen von Schmutz und anderen Fremdkörpern zu verhindern.

Auch in die Körpersprache der Katzen werden die Ohren mit eingebunden. Mehr dazu lest ihr hier.


Die Augen

Bei Katzen sind - wie auch bei allen übrigen Raubtieren - zum räumlichen Sehen die Augen nach vorne gerichtet. Die Pupillen passen sich wie bei uns Menschen an die Lichtverhältnisse an. Bei sehr hellem Licht sieht man nur noch einen länglichen Schlitz als Pupille. Bei Dunkelheit (und Aufregung) öffenen sie sich extrem weit.

Hinter der Netzhaut haben Katzen über eine reflektierende Schicht, die Lichtanteile, die die Netzhaut durchdringen, so zurückspiegelt, dass sie noch ein zweites Mal auf die Netzhaut treffen. Das ist besonders wichtig, um auch im Dunkeln Beutetiere ausmachen zu können.

 

Da Katzen nachtaktiv sind, sehen sie Farben anders als wir Menschen. Sie erkennen Blau und Grün und alle Kombinationen dieser zwei Farben. Rot hingegen kann von unseren Stubentigern nicht wahrgenommen werden und wird als Grauton gesehen. Auch können Katzen viele Grautöne unterscheiden, die für uns Menschen alle gleich aussehen. Da sie nachtaktiv sind, müssen sie sich in einer "grauen" Umgebung zurechtfinden, in der Farben keine größere Rolle spielen.

Dank der sogenannen Nickhaut, die neben dem oberen und unteren das dritte Augenlied bildet, müssen Katzen nicht ständig blinzeln, um ihre Augen zu befeuchten. Diese Funktion übernimmt die Nickhaut.

Unsere Katzen sind in der Lage, das kleinste Restlicht optimal zu nutzen, wo unsere Augen schon längst versagen. Grund dafür sind die Netzhautrezeptoren, deren Verhältnis im Vergleich zum Menschen dreimal so hoch ist. Der Sichtwinkel einer Katze beträgt ca. 220 Grad.

Katzen können ihre Augen nur eingeschränkt bewegen. Deswegen müssen sie ihren Kopf bewegen, um in eine andere Richtung sehen zu können. Da ihre Augen nach vorne gerichtet sind, überschneiden sich die Sehachsen und ermöglichen so ein räumliches Sehen.

Unsere Samtpfoten verfügen also über ein weitaus besseres Sehvermögen als wir Menschen. Im Gegenzug sind sie aber nicht in der Lage, Details zu erkennen und haben ein schlechteres Farbsehen.


Die Augen sind aber nicht nur zum Sehen und Beute erlegen da, sondern spiegeln auch die Stimmung der Samtpfoten wieder. Mehr darüber hier.


Die Nase

Katzen verfügen über gut 200 Millionen Riechzellen in ihrem Rachen, die ihren Geruchssinn gut ausgeprägt haben. Diese Riechzellen sind ständig aktiv, egal ob Mietz gerade auf dem Katzenklo ist oder beim Fressen. Auch das Kennenlernen anderer Tiere geschieht über die Nase: Eine Katze beschnuppert ständig ihre Umgebung.

Auf dem oberen Gaumen findet man zudem noch ein besonderes Riechorgan, das sogenannte Jakobsonsche Organ. Dieser kleine Zapfen ist besonders hilfreich bei der genaueren Identifizierung bestimmter Gerüche und bei der Kontaktaufnahme mit Artgenossen.

Der Geruchssinn aktiviert die Geschmacksnerven und verführt so zum Fressen und Trinken und regt den Appetit an. Leidet eine Katze unter Schnupfen, hat diese deswegen auch keinen großen Appetit und lässt ihr Futter links liegen.

Eine besondere Vorliebe scheinen die Geruchsnerven für Düfte wie Baldrian oder Catnip zu haben - Katzen fallen hiervon reihenweise in Ohnmacht vor Begeisterung ;)

Es gilt also: Was nicht gut riecht, aktiviert keine Geschmacksnerven und wird auch nicht gefressen.


Katzenzunge
Die Zunge

Katzenzungen sind ausgefeilte Instrumente mit Multifunktion. Sie werden benutzt zum putzen von Artgenossen (und natürlich auch sich selbst), zum Fressen und natürlich auch zum Trinken.

Aber wie kann eine Katze mit ihrer Zunge das Wasser aufnehmen? Dies geschieht mit Hilfe von kleinen Papillen (Geschmacksknospen), wovon die zentralen Knospen mit Dornen besetzt sind die in Richtung des Körpers zeigen. Wer schon mal von einer rauhen Katzenzunge abgeleckt wurde, weiß, dass dies manchmal auch beinahe schmerzhaft sein kann.

Durch diese nach hinten gerichteten "Häckchen" kann die Katze ihre Nahrung "festhalten" und in den Rachen transportieren.


Genau wie bei uns Menschen dient aber ein Teil dieser Papillen auch zur Geschmacksunterscheidung. Es wurde herausgefunden, dass Katzen salzig, sauer und bitter schmecken können. Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass unseren Katzen Teile eines Gens fehlen, das für die "Süß-Erkennung" wichtig ist, und sie diese Geschmacksrichtung nicht kennen. Daher ist ein Zuckerzusatz im Futter auch nicht wichtig.

Beim Trinken funktioniert die Zunge wie eine Schöpfkelle. Dank ihrer Beweglichkeit kann sie mit Hilfe der Papillen die Flüssigkeit aufnehmen und in den Rachen transportieren.

Natürlich ist die Zunge mit ihren Papillen auch sehr gut als "Waschlappen" geeignet. Mit großer Geschicklichkeit kann die Katze viele Körperregionen erreichen und so ihr Fell von Parasiten und Dreck befreien. Bei großer Hitze verteilt sie dabei auch gleich kühlenden Speichel auf der Haut und fungiert so quasi als Klimaanlage.


Die Tasthaare

An den Tasthaaren (besser bekannt als Schnurrhaare) erkennt man, dass Katzen nachtaktive Tiere sind. Diese Tasthaare befinden sich insbesondere um das Mäulchen, aber auch über den Augen, an den Vorderpfoten oder auch auf Ober- und Unterlippe und den Backen.

Diese kleinen Härchen, die deutlich Dicker sind als die übrigen Wollhaare, werden durch Luftbewegungen in Vibration versetzt, welche dann über die Sinneszellen an den Tasthaarwurzeln in ein räumliches Bild der Umgebung umgesetzt. Dies ist noch ein Grund mehr, warum Katzen auch im Dunkeln so hervorragend sehen können. Die sogenannten Vibrissen reagieren aber nicht nur auf Luftbewegungen, sondern sogar auf Temperaturschwankungen.


Die innere Uhr

Die innere Uhr unserer Katzen funktioniert besser, als die von manchem Dosenöffner. Es wird genau registriert und abgespeichert, wann es Abendessen oder Frühstück gibt. Gibt es hierbei auch nur minimale Abweichungen, wird der Dosi gleich belagert und es wird Pünktlichkeit gemahnt.

Der Tagesablauf einer Katze ist genau eingeteilt in Spielen, Streunern, Schlafen und natürlich Fressen. Abweichungen von diesem festen Ablauf sind meist nur gering und werden durch Störungen von außen verursacht.

Auch der Tagesablauf der Dosenöffner wird von den Samtpfoten genau registriert. Arbeitszeiten oder allgemeine Abwesenheit der Menschen, Schlafenszeiten, Mittagessen - alles wird gespeichert. Eine Katze weiß so ganz genau, wenn ihr Dosenöffner abends von der Arbeit kommt, und wartet auch am Wochenende zur selben Zeit vor der Tür. Genauso sind die Aufstehzeiten gespeichert. Mietz weiß genau dass wir jeden Tag zur selben Zeit aufstehen, um auf die Arbeit zu gehen. Wochendenden oder Feiertage gibt es für Katzen nicht. So steht sie auch Samstags und Sonntags pünktlich auf der Matte und weckt uns, damit wir pünktlich zur Arbeit kommen ;)